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Ein Kunstwerk zum Espresso

Sehr unauffällig skizzierte Kurt Dornig im „Steinhauser“ Gäste und Passanten.
Sehr unauffällig skizzierte Kurt Dornig im „Steinhauser“ Gäste und Passanten. ©lcf
Dornbirn. Unter den Augen zahlreicher Fans fand vergangenen Donnerstag ein Treffen zweier Giganten statt. „Kaffee trifft Kunst“ lautete das Motto in zwölf Vorarlberger Kaffeehäusern.

Bereits zum dritten Mal in Folge wurde dieses interaktive Treffen am „Tag des Kaffees“ auf Initiative von „Vorarlberg isst…“ inszeniert. „Für Kulturschaffende ist die Kommunikation sehr wichtig. Das Kaffeehaus war und ist einer der Punkte für den informellen Austausch mit anderen Menschen“, erklärt Mitinitiator Harald Gfader.

So zückten dann auch in Dornbirn an diesem Tag der edlen Bohne drei Künstler ihre Zeichenblöcke und pflegten den kulturellen Austausch. Im „21 Café & Mehr“ lieferte Bildhauer und Konzeptkünstler Tobias Maximilian Schnell mit seinen Zahnpastaschriftzügen einen erfrischenden Input. „Mich reizt es immer wieder Neuland zu betreten. Weiße Zahnpasta habe ich vor circa vier Wochen als Material entdeckt. Sie hat für mich mit vergänglicher Schönheit zu tun. Wichtiger als die subjektive Schönheit eines Objektes ist für mich das Konzept und dessen stimmige Umsetzung“, erklärte der junge Künstler den Besuchern. Ganz begeistert war auch Kunstsammler Herbert Scheriau, der sich für den Anlass extra freigenommen hatte. „Kunst ist für mich etwas Faszinierendes und beseelt das Leben. Ich finde es toll mit den Künstlern über ihre Ideen und Werke zu diskutieren.“ Seine Wohnungswände wird in Zukunft auch ein Original-Zahnpasta-Unikat von Tobias Maximilan Schnell zieren.

200 Blatt und vier Stunden hatte auch Grafikdesigner und Illustrator Kurt Dornig im Café Steinhauser zur Verfügung. Eher unauffällig skizzierte er Kaffeehausbesucher und Passanten. „Ich möchte die Körpersprache der Menschen einfangen und auf Papier widerspiegeln“, sagt der Dornbirner Grafiker. Auch von ihm gab es die stimmungsvollen Porträts als Give-away für die Cafégäste. Dritte Station für kunstinteressierte Kaffeeliebhaber war an diesem Nachmittag das „Gessler“. Hier füllte die in Bregenz lebende Kirsten Helfrich ihren Zeichenblock mit Strichen, Formen, Pfeilen und kleinen farbigen Aufklebepunkten. Manchen Kaffeehausbesuchern war das zu abstrakt. Sie wurden auf Wunsch von der Künstlerin, die am darauffolgenden Tag den Hypo-Kunstpreis für ihre zweiteilige Fotoserie „Familiengeschichten“ erhielt, porträtiert. „Mit dieser kleinen, feinen Aktion möchten wir die Kaffeekultur beleben. Die Arbeit wird dokumentiert und in ein paar Jahren wird ein Katalog entstehen“, verspricht Projektkoordinatorin Simone Kochhafen die „Liebesgeschichte“ zwischen Kaffee und Kunst auch in Zukunft zu fördern.

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