Ein Kilo Kokain geschluckt - Linzer Ärzte retteten Drogenkurier

Kondome wurden teilweise undicht - Mediziner: "Dass der Mann überlebt hat, ist erstaunlich."
Kondome wurden teilweise undicht - Mediziner: "Dass der Mann überlebt hat, ist erstaunlich." ©APA
Linzer Ärzte haben einem Drogenkurier, der ein Kilo in Kondomen verpacktes Kokain geschluckt hatte, das Leben gerettet. Einige der Präservative waren undicht geworden, der 35-jährige Guatemalteke hatte von sich aus das AKh aufgesucht.

Mittlerweile ging es ihm besser, kommende Woche soll er von der Staatsanwaltschaft befragt werden, berichteten die “Oberösterreichischen Nachrichten” am Freitag.

Drogenschmuggel aufgedeckt

Mitte Jänner war der Schmuggler von München kommend am blue danube airport linz in Hörsching gelandet. Beim Passieren des Zolls wurde die illegale Fracht nicht bemerkt. Der Mann checkte in einem Linzer Hotel ein und begann etwa die Hälfte der 80 Kondome wieder auszuscheiden. Einen Tag nach seiner Landung bekam der Mann aber so massive Beschwerden, dass er ins Krankenhaus ging. Trotz Verständigungsproblemen war dort rasch klar, dass es sich um einen in Lebensgefahr geratenen Bodypacker handelte.

“Haben so einen Fall noch nie gehabt”

“Normalerweise ist die tödliche Dosis Kokain viel geringer. Dass der Mann überlebt hat, ist erstaunlich”, sagte Oberarzt Franz Gruber, Leiter der neurologischen Intensivstation im AKh, laut Zeitungsbericht. Die Erklärung des Mediziners: Über den Darm werde die Droge zeitverzögert absorbiert. Auf Röntgenbildern war der Darmverschluss durch die Plastikkugeln gut zu sehen.

In einer Not-OP entleerten die Ärzte das Organ des 35-Jährigen. Danach blieb der Patient noch einige Zeit im künstlichen Koma, um die schädlichen Auswirkungen der Drogendosis unter Kontrolle zu halten. Laut Gruber seien ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall zu befürchten gewesen. “Wir haben so einen Fall noch nie gehabt.” Auch österreichweit gebe es nur eine Handvoll Erfahrungswerte mit derartigen Patienten.

Befragung kommende Woche geplant

Mittlerweile wurde der Mann von der Intensivstation in die Normalstation verlegt – freilich in die Inquisitenabteilung der Justiz unter Bewachung der Exekutive. “Wir ermitteln wegen schweren Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz”, so der Linzer Staatsanwalt Philip Christl. Mittlerweile dürfte der Verdächtige vernehmungsfähig sein. Christl: “Wir wollen ihn nächste Woche befragen.” Dann soll geklärt werden, welche Kontaktleute der Guatemalteke in Österreich hat und woher das Kokain stammte. Die restlichen Drogenpäckchen wurden im Hotel sichergestellt.

(APA/red)

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