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Ein Haus, das ohne Energie auskommt

Lustenau - Das "Ohne-Alles-Haus" steht im Mittelpunkt einer Ausstellung über das Architektenduo Baumschlager-Eberle, die ab Dienstag in der Berliner Galerie Aedes am Pfefferberg zu sehen ist.

Das Haus, das derzeit in Lustenau gebaut wird, soll Heimstätte für das Büro Baumschlager-Eberle werden und ohne jegliche Form von Energiezufuhr auskommen.

“Wir kommen aus einer historisch armen Gegend”, begründete der Architekt Dietmar Eberle am Freitagabend anlässlich der Eröffnung der Schau das Bestreben von ihm und seinem Vorarlberger Landsmann Carlo Baumschlager, nachhaltig zu bauen: In seiner Heimat werde den Menschen mitgegeben, mit den Dingen sorgfältig umzugehen. “Das ist bis heute unsere Architekturauffassung”, sagte er.

Seit 25 Jahren würden sich Baumschlager und er mit Nachhaltigkeit beschäftigen. “Heute ist das überall, dass es schon fast peinlich ist”, sagte Eberle. Alle bisherigen Erkenntnisse auf diesem Gebiet wollten die beiden Architekten in das Lustenauer Projekt einfließen lassen, das noch in diesem Jahr fertiggestellt werden soll. Eberle bezeichnete es als einen “Versuch”: Es werde den Anspruch erheben, gänzlich ohne Fremdenergie auszukommen. Lediglich CO2-Regler zur Sauerstoffzufuhr würden zum zeitweiligen Öffnen der Fenster auffordern.

“Wir sind es gewohnt, ständig Defizite eines Gebäudes mit Technik zu kompensieren”, sagte Eberle. “Das halten wir für veraltet.” Die Idee, die hinter dem “Ohne-Alles-Haus” steckt, beruht auf der Tatsache, dass Heizen nur für 20 Prozent der Bevölkerung wichtig ist und die Luftqualität in unseren Breiten so hoch ist, dass Bewohner die Fenster öffnen können, wenn es ihnen zu warm wird.

“Baumschlager-Eberle wollten sich einen Traum erfüllen”, sagte die Galerie-Chefin Kristin Feireiss, “er wird die Kollegen irritieren und auch provozieren.” Das Lustenauer Haus, das ohne Heizung, Kühlung oder Belüftung auskommen wird, dominiert die Ausstellung mit einem 1:12-Modell. Daneben sind Fotos, Skizzen und Vitrinenmodelle des Vorarlberger Architektenduos ausgestellt: Von der Flughafenerweiterung in Wien, einem StudentInnenwohnheim in der Wiener Molkereistraße, einem Wohnkomplex in Peking, dem WHO-Gebäude in Genf, einem Bau der ETH Zürich und einem Clubhaus in Fussach, dessen zentraler Raum 8 Meter hoch ist.

Bezug nehmend auf den Titel der Ausstellung “Die Stadt im Haus”, meinte Dietmar Eberle, er halte die europäische Stadt für die größte kulturelle Leistung, die der Mensch hervorgebracht habe. “Der wichtigste Nutzer von Gebäuden ist der Passant, der das Haus im öffentlichen Raum wahrnimmt”, sagte er. “Es sind nicht die Wenigen, die das Haus benützen, sondern die Unzähligen, die es von außen konsumieren.” Deshalb sei nachhaltig nur das, “was die Menschen lieben”.

Erst vor wenigen Tagen ging in der Münchner Pinakothek der Moderne eine große Werkschau von Baumschlager-Eberle zu Ende. Unter dem Titel “Architektur, Menschen und Ressourcen – Baumschlager-Eberle, 2002-2007” waren über 300 Bauprojekte und Objektstudien zu sehen, anhand derer sich Arbeitsweise und Philosophie der weltweit erfolgreichen Architekten nachvollziehen ließ. Zu der Schau ist vor kurzem im Springer Verlag auch ein umfangreiches, reich bebildertes Buch erschienen.

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