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Ein Hauch von Notre Dame

Bombastische Klangeindrücke erfuhr man in St. Martin.

Dornbirn. Der Aufwand war enorm: Chöre, Dirigenten, Organisten jeweils zweifach besetzt, im Mittelpunkt dieses zweiten Konzertes der Reihe “Symphonische Orgelkunst” natürlich die historische Behmann-Orgel von 1928, mit ihren 72 Registern das größte Instrument dieser Art im Land. Bei zwei französischen Meisterwerken wehte am Sonntag ein Hauch von Notre Dame durch St. Martin. Als eine Art breit angelegter Ouvertüre steht am Beginn das mitreißende Konzert g-Moll für Orgel, Streicher und Pauken, ein 1938 entstandener genialer Wurf von Francis Poulenc, der in diesem rhapsodisch kontrastreichen Werk zwischen Bach, Strawinsky und sehr viel persönlichem Einblick gibt in seine faszinierend schillernde, vielfältige Klangwelt. Helmut Binder bewältigt brillant die hochvirtuosen Vorgaben an den Organisten, türmt glasklar registrierte Klangkaskaden auf wie die Mauern einer Kathedrale. Guntram Simma hat sein Collegium instrumentale beigestellt und leitet mit sicherer Hand und rhythmischem Geschick die Aufführung, die allein durch kleine Intonationstrübungen in den Streichern etwas beeinträchtigt wird.

Erstaufführung

Diese an sich schon starken Klangeindrücke werden ins Bombastische gesteigert durch die Vorarlberger Erstaufführung der 1900 entstandenen “Messe solennelle” von Louis Vierne. Denn zu Orgel und Orchester, das in dieser Fassung eine im Original vorgesehene zweite Orgel ersetzt, kommt noch die menschliche Stimme in geballtem Choreinsatz. Der Kirchenchor St. Martin, von Rudolf Berchtel einstudiert, der auch perfekt den Orgelpart meistert, hat sich dazu gewichtige Verstärkung mit dem Domchor Innsbruck geholt, dessen Dirigent Christoph Klemm diese Aufführung mit viel Übersicht und erfolgreichem Bemühen um eine gesunde Klangbalance leitet.

Beachtliche Gesamtleistung

Die weit gespannte Dynamik mit bombastischen Ausbrüchen im langen Kirchenhall vor allem im “Kyrie” und “Gloria” bringen zwar Textverständlichkeit und Transparenz ins Wanken. Andererseits gelingen wunderbar geheimnisvolle Momente etwa im “Benedictus”, dessen anspruchsvolle spätromantische Chromatik aber den Chorsängern in der Treffsicherheit doch noch etwas Probleme bereitet. Ungeachtet dessen ist das eine sehr beachtliche Gesamtleistung in der Bewältigung dieses höchst komplexen Werkes.

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