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Ein Brett wird zum Spiegel

Ehrliches, simples Artistenhandwerk; entzückend verspielte Balanceakte mit kraftvollen Hebe-Figuren in einfachen Szenen über menschliche Eitelkeiten. Das sind die Ingredienzien, mit denen die französische Zirkusgruppe Cirque XY beim Salzburger Winterfestes am Donnerstag das Premieren-Publikum begeisterte.

In ihrer Performance “Laissez-Porter” (Lasst euch tragen, Übers.) zauberten die sechs Artisten augenzwinkernden französischen Charme ins gut geheizte Zirkuszelt im Salzburger Volksgarten.

Nicht alle Hebe-Figuren klappten perfekt, so mancher Wackler war schon dabei, als sich drei Artisten im Handstand übereinandertürmten. Aber diese knapp einstündige Show ist nicht gemacht für Freunde plumper artistischer Kraftmeierei. “Laissez-Porter” ist eine Show der feineren Klinge. Sie berührt durch einfache und zugleich raffiniert konstruierte Alltags-Bagatellen mit einem Hauch von französischem Dorffest. Ruhige, unaufgeregte Figuren und witzige Balance-Akte, ebenso durchschaubar wie verblüffend, folgen auf kribbelnde Demonstrationen spektakulärer Körperbeherrschung. Gekonnt wechseln die sechs Artisten immer wieder das Tempo und vermischen die Artistik mit entspannter Blödelei und rührend naiven Slapstick-Szenen – den dreifachen Salto dürfte an diesem sympathischen Zirkusabend kein Mensch vermisst haben.

Keine nennenswerten Kostüme, nur drei Bretter und neun Koffer als Requisiten, immer das gleiche, warme Licht auf karger Bühne. Zu avantgardistisch auffrisierter Volksmusik aus Frankreich turnen, nein, tanzen und spielen sich die drei Artisten-Paare durch den Abend, dessen Sinn nur darin besteht, den Zuschauer zum Staunen, zum Schmunzeln und zum Lachen zu bringen. Aber vor allem über sich selbst und all die kleinen, allgegenwärtigen und meist so gut getarnten Schwächen. So wird das Brett vor dem Kopf zum Spiegel vor den Augen.

Mit spärlichen Mitteln Wirkung erzielen, mit kleiner Geste berühren – das ist es, was Anne de Buck, Mikis Minier-Matsakis, Airelle Caen, Dennis Dulon, Mahmoud Louertani und Abdeliazide Senhadji vom Cirque XY auf den Punkt bringen. Ein Abend zum Sorgen-Vergessen im Salzburger Volksgarten.

Das Salzburger Winterfest bringt heuer zwei Produktionen. Nach der Premiere von Cirque XY sind bis 31. Dezember 24 weitere Vorstellungen angesetzt. Parallel dazu, im klassischen Zirkus-Rondell, wird der Cirque Rasposo insgesamt 21 Vorstellungen geben. Die Premiere von “Parfums d´Est” in der familiär-intimen Zirkus-Tradition der Zigeuner ist morgen, Samstag, dem 29. November.

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