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Ein Blick auf die Welt von morgen

Foto: Klaus Vyhnalek
Foto: Klaus Vyhnalek
Zugegeben: Über die Zukunft zu spekulieren, kann sehr reizvoll sein. Nicht umsonst erfreuen sich Horoskope seit jeher großer Beliebtheit.
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Und wenn wir schon von den „50 Köpfen von morgen“ reden – wieso dann nicht einen Blick auf das Morgen wagen? Und wer könnte künftige Trends besser skizzieren als ein Zukunftsforscher? Tristan Horx ist einer der jungen Wilden dieser Zunft. Der 26-Jährige hat Kultur- und Sozialanthropologie studiert und ist dabei, in die Fußstapfen seines renommierten Vaters Matthias Horx zu treten. Dieser gründete 1998 das Zukunftsinstitut, eines der mittlerweile einflussreichsten seiner Art, mit Standorten in Wien und Frankfurt.

Tristan Horx ist Mitautor des „Generation Global Report“, in dem eine neue Generation von Kosmopoliten, die global denkt und neue Wertvorstellungen mitbringt, porträtiert wird. Die „Generation Global“ ist jung, mit der Welt vernetzt und stellt die globalen Probleme vor die eigenen. Das trifft auch auf viele der 50 Köpfe von morgen zu, die in dieser VN-Sonderbeilage vorgestellt werden. Diese jungen Menschen sind von klein auf mit globalen Ereignissen wie dem 11. September oder der Finanzkrise konfrontiert worden. Sie beschränken sich aber nicht nur auf globales Denken, sondern fallen auch durch nachhaltiges, lokales Handeln auf. Ihre Wertehaltungen pflegen sie im privaten Rahmen und im Berufsleben.

Horx betrachtet künftige Entwicklungen und Trends aus der Sicht dieser „Generation Global“ und zeigt neue Potenziale für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft auf. Für die VN wirft Horx einen Blick in die Zukunft. Von einer pessimistischen Grundstimmung sind seine vier Thesen nicht geprägt – ganz im Gegenteil:

These 1: Die Welt wird besser, nicht schlechter. Wenn man sich die globalen Zahlen der Entwicklung anschaut, dann deuten fast alle Parameter auf eine positive Entwicklung. Führt man sich Big-Data-Zahlen vor Augen, so lässt sich feststellen, dass immer mehr Menschen auf der Welt lesen und schreiben können, es hungern immer weniger, und der Anteil der in extremer Armut lebenden Weltbevölkerung hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als halbiert.

These 2: Klassische altersdefinierte Generationsmodelle werden ausgedient haben. Das Konzept Kind – Erwachsener – Pensionist bildet den Zeitgeist nicht mehr adäquat ab. Vielmehr werden Menschen nach Lebensstilen geordnet, da Differenzen zwischen Individuen ausgeprägter sind als zwischen Kohorten. Homogene Gruppen werden nur durch katastrophale globale Ereignisse erzeugt. Dadurch dass Krisen allgemein weniger werden, wird auch die Gesellschaft fragmentierter.

These 3: Die fortschreitende Digitalisierung ist etwas Gutes, wenn wir sie richtig nutzen. Viel Potenzial wird zum Beispiel im zwischenmenschlichen Bereich freigemacht. Soziale Berufe und jene, die auf Empathie basieren und das Zwischenmenschliche hervorstreichen, können durch Roboter und Künstliche Intelligenz nicht ersetzt werden.

These 4: Wir werden in noch sichereren Zeiten leben. Finanz- oder Wirtschaftskrisen lassen ein Gefühl der Unsicherheit aufkommen. Paradoxerweise leben wir momentan in sehr sicheren Zeiten, genau deshalb fühlt sich alles unsicher an.

ZUR PERSON

TRISTAN HORX

GEBOREN 1993 in der Nähe von Hamburg, studierte Sozial- und Kulturanthropologie und beschäftigt sich in der Trendforschung unter anderem mit den Bereichen Digitalisierung und Generationenwandel.

KURATOR von „Treffpunkt Zukunft“, ein Podcast für kritischen Zukunftsoptimismus, bei dem er mit namhaften Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über aktuelle und längerfristige Entwicklungen diskutiert.

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