Ein Aufruf zur Rettung der Platane

Susanne Fritz, Ingrid Benedikt, Juliane Alton (vl) wollen, dass die Platane erhalten bleibt.
Susanne Fritz, Ingrid Benedikt, Juliane Alton (vl) wollen, dass die Platane erhalten bleibt. ©Edith Rhomberg
 Stadträtin Juliane Alton setzt sich bei der geplanten Verlängerung der Fußgängerzone für die Erhaltung des Baumes ein.
Platane

 

Dornbirn. Eine Nacht- und Nebelaktion sei wohl nicht zu befürchten, beruhigte Stadträtin Juliane Alton (Grüne), die zur Rettung der Platane bei der Europapassage aufgerufen hatte. Trotzdem müsse ein deutliches Zeichen gesetzt werden. Als Anlass dafür nahm sie die geplante Erweiterung der Fußgängerzone in der Schulgasse Richtung Süden, angefangen von der Mozartstraße/Europapassage bis hin zur Jahngasse. Eine große, fußläufige Innenstadt sei erfreulich, so die Stadträtin, die sogleich deutlich machte, worum es ihr geht. „Das einzige, was uns stört ist, dass der große Baum am Eingang zur Europapassage im Plan der Architekten LAAC, Innsbruck, nicht mehr vorgesehen ist, erklärte sie an Ort und Stelle. Alton ist der Überzeugung, dass Bäume und Pflanzen bei der Planung mitgedacht, statt beseitigt werden müssen. „Diese Mühe sollte es ihnen wert sein“, machte sie am Tag des Baumes konkret, denn immerhin 40 Jahre hatte diese Platane zur Erlangung der stattlichen Größe gebraucht.

Mehr als 20 besorgte Bürger waren dem Aufruf gefolgt. Sie gaben der Stadträtin Recht. Dass ausgerechnet dieser Baum im Weg stehen und weichen soll, stieß bei keinem der Anwesenden auf Verständnis. Im Gegenteil. „Dornbirn ist keine Gartenstadt mehr“, bedauerte Susanne Fritz und Ingrid Benedikt erinnerte sich an das Lied von 1968 „Mein Freund der Baum ist tot“. Benedikt betonte die Wichtigkeit des Baumes zu jeder Jahreszeit und wünscht sich, gerade im Hinblick auf den Klimawandel, mehr grüne Inseln in der Stadt. Generell und vehement gegen Steinwüsten spricht sich der Autor Conrad Amber aus, der die Initiative zur Erhaltung der Platane per Grußbotschaft, die Juliane Alton vorlas, unterstützt.

Stadtplaner Stefan Burtscher informiert auf Anfrage der VN-Heimat, dass im ersten Schritt die Anforderung gelungen ist, die Innenstadt in Richtung Westen zu erweitern. Der große Baum mittendrin, hinter der Stadtpfarrkirche, wurde bewusst erhalten. Bei der nun vorliegenden Planung zur Verlängerung der Fußgängerzone handle es sich um einen Entwurf der Architekten, die Detailplanung sei noch nicht erfolgt. „Bringt man alles unter den Hut?“, laute die Frage, die dann zu klären sei, so der Stadtplaner. Es gelte, die Stadtsequenzen Europapassage-Schulgasse mit einer attraktiven Treppenanlage für alle Stadtnutzer zu verbinden. „Wir erhalten liebend gern Bäume, es sind wunderbare Werte“, betont Stefan Burtscher. Noch ist offen, ob der Bereich zwischen Mozartstraße und Jahngasse zur Fußgängerzone oder zur Begegnungszone ausgestaltet wird. Die Fertigstellung der Baustelle am früheren Platz der PSK sei der mögliche Beginn für die Umsetzung der Pläne der Stadt, sagte Juliane Alton. Voraussichtlich ist das im Herbst 2020.

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