Ein Antrieb namens Leidenschaft

Dagmar Wöhrl über ihr spannendes Engagement bei "Die Höhle der Löwen".

Ihr Leben war so nie geplant, wie es letztlich verlaufen ist, sagt Dagmar Wöhrl. „Das Einzige, das geplant war, war mein Jus-Studium. Aber hätte ich alles geplant, wäre ich nicht die Person, die nun hier auf der Bühne steht.“

Wöhrl ist Unternehmerin, ehemalige Politikerin und Investorin in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“. Ihr wichtigster Antrieb ist die Leidenschaft fürs Unternehmertum. „Wir sind ein typisches Familienunternehmen. Der Betrieb sitzt bei uns beim Frühstück, beim Mittag- und beim Abendessen mit am Tisch“, betont Wöhrl.

Auch nicht geplant

Ihr neuestes Baby - die „Höhle der Löwen“ - war aber ebenfalls nicht Teil der Lebensplanung. „Ich wollte mich nach meiner politischen Tätigkeit eigentlich verstärkt meinem sozialen Engagement widmen. Aber dann kam die Anfrage und ich habe das in der Familie besprochen. Mein Mann wäre lieber in die TV-Show gegangen als ich. Aber es ist eine große Freude, nun Teil der Investoren zu sein. Man muss Herausforderungen annehmen. Dazu braucht man Gelassenheit und Hartnäckigkeit“, sagt sie über ihr TV-Engagement.

Bei ihren Investments ist Wöhrl breit aufgestellt. Von der Softwarefirma bis zum Lebkuchen ist alles dabei. Die Herausforderung sei, dass man nicht viel Zeit habe, sich zu entscheiden, ob man in ein Start-up investieren möchte oder nicht. Dazu komme der Wettbewerb unter den anderen Löwen. „Das ist manchmal nicht einfach.“

Um Deal beneidet

Ihr erfolgreichstes Engagement ist Waterdrop. Mit den Wasser-Brausetabletten wird ein Umsatz von 85 Millionen Euro erwartet. Freude bereiten ihr aber auch andere Gründer. „Für das Investment in den Po-Duschen-Anbieter Happy Po wurde ich anfangs sehr belächelt. Aber ich habe noch nie so viele E-Mails von dankbaren Kunden bekommen wie mit diesem Produkt. Damit  haben wir einen völlig neuen Markt erschlossen“, erklärt die Unternehmerin. Und spätestens nach dem coronabedingten Hype um Toilettenpapier hätten sie viele um den Deal beneidet.

Ihre Investorentätigkeit ist für die Nürnbergerin aber keine rein monetäre. Auch wenn teilweise hohe Summen investiert werden. „Jedes Start-up wird mit in die Familie aufgenommen. Viele Gründer schätzen ja unsere Erfahrung und unser Netzwerk.“ Aber es gebe genauso auch Gründer, die sich nichts sagen lassen. „Ja, manchmal schlägt man die Hände überm Kopf zusammen“, so die Investorin. Bevormunden wolle man aber letztlich niemanden.

Spannend für Wöhrl ist auch, dass es immer mehr Gründerinnen gibt. Als sie 1994 in die Bundespolitik ging und in den Wirtschaftsausschuss wollte, sagte man ihr noch, sie solle sich doch lieber für die Themen Gesundheit oder Familie engagieren. Letztlich habe sie sich aber durchgesetzt.

Für gemischte Teams

Gemischten Teams gehört die Zukunft, ist die Unternehmerin überzeugt. Denn Frauen würden wichtige Eigenschaften wie Empathie oder Schlichtungsvermögen mit einbringen. „Aber die Frauen müssen sich auch trauen. Sie stellen leider oft ihr Licht unter den Scheffel. Wichtig ist, dass sie stärker netzwerken“, sagt die Powerfrau, die bei sich selbst besonders auf eine Eigenschaft setzt: Authentizität.

Zur Person

Dagmar Wöhrl
Investorin, Unternehmerin, Rechtsanwältin, Politikerin
Geboren 5. Mai 1954
Ausbildung Abitur, Studium Rechtswissenschaft
Laufbahn 2002-2005 wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion; Investorin bei TV-Show "Die Höhle der Löwen"; breites ehrenamtliches Engagement für Kinder und den Tierschutz

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