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Ein „Sattaaser“ aus Japan

Am gemeinsamen Herd gibt es keinerlei Barrieren zwischen verschiedenen Nationalitäten.
Am gemeinsamen Herd gibt es keinerlei Barrieren zwischen verschiedenen Nationalitäten. ©Hronek
Kochen ohne Grenzen – Satteins

Initiative „Kochen ohne Grenzen“ baut kontinentale Brücken und schafft Integrationsbewusstsein.

(amp) In der Küche der Satteinser Mittelschule herrscht emsiges Treiben. Die drei Küchenblöcke sind mehrfach belegt, aus den Kochtöpfen auf den Herdplatten dampft es, in den Bratpfannen brutzeln die verschiedensten Fleisch- und Gemüsesorten. Ilse Fraisl und Vizebürgermeisterin Doris Amann beobachten mit einigen anderen Kiebitzen die Vorgänge in der Schulküche. Mit „I bin an Sattaaser aus Japan “, stellt sich Satoshi Kubo bei der Vorstellungsrunde vor und trifft damit gleich einmal buchstäblich den „Nagel auf den Kopf“, wenn er sich als Satteinser fühlt. Die Mexikanerin Elisabeth Lima meint, sie habe in der Damülser Gastronomie Kochen und die Küchenarbeit gelernt, für gutes Deutsch habe es bisher allerdings noch nicht gereicht.

42 Nationen
In der Gemeinde Satteins leben derzeit Bewohner aus 42 verschiedenen Nationen. „Eine Herausforderung“, weiß Vizebürgermeisterin Doris Amann, die auch in der Jugendarbeit sehr engagiert ist. Das „offene“ Kochen ist eine Möglichkeit, verschiedene Nationen zusammenzubringen. Da kann jeder Kommen. Zum zehnten Jubiläumstreff „Kochen ohne Grenzen“ sind erstmals auch Türkische und Italienische Gäste dabei, um ihre Nationalspeisen zu präsentieren. Das Kulinarium reicht so an diesem Abend von Österreicheischer Hausmannskost mit Spiegelei und Schübling und Gulasch mit Knödel bis zu gerollten Weinblättern und Ukrainischen Teigtaschen. Aufgekocht zum gemeinsamen Verkosten wird zudem Vietnamesisch, Bulgarisch, Russisch, Amerikanisch, Japanisch und Brasilianisch. Und längstens beim gemeinsamen Probieren der Spezereien wird klar, dass hier quer über alle politischen und ethnischen Barrieren Brücken gebaut werden und das Gemeinsame vor das Trennende gestellt wird.

Wenig Aufwand
Gemessen am Erfolg ist der Aufwand für die öffentliche Hand gering. Die Gemeinde stellt die mit der Schulküche die Infrastruktur, die Hauswirtschaftslehrerinnen „drücken“ manchmal ein Auge zu, wenn nicht alles „perfekt eingeräumt ist. Für die Naturalien kommen die „Kochkünstler“ selber auf. Jeder bringt in seinem Ermessen die benötigten Zutaten mit. Bei einem Benefizkochen für ein japanisches Waisenhaus wurden sogar noch 1.800 Euro gesammelt. Ein Kochbuch mit den „Erfolgsrezepten“ internationaler Küche haben die Initiatorinnen Ilse Fraisl, Dosis Amann und Elisabeth Lima bereits im Hinterkopf „gespeichert“.

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