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Ehestreit eskaliert – Frau erwürgt

Nüziders – Eine unfassbare Tat erschüttert die Gemeinde Nüziders: Der 30-jährige Bauarbeiter Michael W. soll gestern seine Ehefrau Jasmin erwürgt haben. Danach fügte er sich schwere Verletzungen mit einem Küchenmesser zu, wollte sich nach dem tödlichen Streit offenbar das Leben nehmen.
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Was sich an diesem Morgen in der kleinen Genossenschaftswohnung in beschaulicher Lage oberhalb der Nüziger Dorfkirche abgespielt hat, kann noch niemand begreifen. Nachbarn stehen fassungslos da, Schock und bedrückende Stille, dann wieder brechen Angehörige in Tränen aus – während Mordermittler und die Spurensicherung im zweiten Stock des Wohnhauses ihrer Arbeit nachgehen.

Vergangenes Jahr geheiratet

In wenigen Wochen hätten Michael und Jasmin W. ihren Hochzeitstag gefeiert. Den Ersten nach der kirchlichen Trauung, am 13. August 2010. Offensichtlich lief in der kleinen Familie aber nicht alles glatt. Es soll immer wieder zu Streitereien gekommen sein. „Allerdings wurde die Polizei nie informiert“, sagt Peter Stadler vom Morddezernat des Landeskriminalamts. In der Nacht auf gestern gab es aus vorerst unbekannter Ursache wieder Krach, der um Mitternacht eskaliert sein dürfte.

 „Wir gehen davon aus, dass der 30-jährige Ehemann seine Gattin im Zuge des Streits erwürgt hat“, schildert Stadler weiter. Im Anschluss an die Tat verletzte sich der Unterländer selber mit einem kleinen Küchenmesser. „Vermutlich wollte er sich das Leben nehmen“, mutmaßen die Ermittler zum jetzigen Zeitpunkt. Besonders dramatisch: Elias, der fünfjährige Sohn des Opfers, befand sich in der Wohnung, erlebte das Ehedrama mit. „Was er genau mitbekommen hat, ist noch nicht klar“, so der Kriminalist. Elias steht schwer unter Schock, fragt immer nach seiner Mutter. „Das Opfer hatte den Buben mit in die Ehe gebracht. Er ist zum Glück unverletzt, befindet sich jetzt in der Obhut seiner Angehörigen und wird vom Kriseninterventionsteam betreut.“

Heute Obduktion

Die Ermittlungen der Kripo dauern unterdessen weiter an. Detailliertere Informationen soll die für heute geplante Obduktion von Jasmin W. bringen. Fest steht, dass die Tat in der Wohnung verübt worden ist und weder Alkohol noch Drogen im Spiel waren. Was sich in den Stunden von der Tat um Mitternacht bis zum Polizeieinsatz um etwa 7.30 Uhr alles abgespielt hat, wird derzeit intensiv untersucht. Der mutmaßliche Täter ist laut Polizei nicht amtsbekannt und war nicht auffällig. „Von außen hat alles den Anschein gemacht, dass es sich um eine ordentliche Familie gehandelt hat“, sagt Chefermittler Stadler. Allerdings kam es immer wieder zu Streitereien, die teilweise auch sehr heftig gewesen sein sollen. Ob früher schon Gewalt im Spiel war, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unbekannt.

Mutter ahnte Schlimmes

Trotzdem scheint Jasmins Mutter offensichtlich etwas geahnt zu haben. Als sie ihre Tochter gestern früh telefonisch nicht erreichte und zur Wohnung fuhr, öffnete ihr niemand. Sie schlug daraufhin Alarm, verständigte die Polizei. „Als die Beamten eintrafen, öffnete ihnen der mutmaßliche Täter noch selbst die Tür, brach allerdings kurz darauf zusammen und verlor das Bewusstsein“, so der erfahrene Kriminalist. Der mutmaßliche Täter hat sich selber Schnittwunden zugefügt und sich dabei schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Er wurde sofort operiert und in künstlichen Tiefschlaf versetzt. Derzeit wird der 30-Jährige von der Polizei im Krankenhaus bewacht, sobald es sein Gesundheitszustand zulässt folgt die Einvernahme. Danach wird über den dringend Tatverdächtigen Maurer wohl die U-Haft verhängt werden. Währenddessen gehen die Ermittlungen der Kriminalisten weiter, zumal das Motiv für den Mord an der 27-jährigen Friseurin noch völlig unklar ist.

„Die Mama schläft noch“

Nachbarn und Freunde des Ehepaars sind geschockt. Niemand hätte Michael W. diese Gewalttat zugetraut. „Ich habe zwar gehört, dass es immer wieder mal Streit gegeben haben soll, aber der Mann machte auf mich eher einen ruhigen Eindruck. An so etwas denkt man doch nicht“, erzählt beispielsweise Have Krasniqi, die zwei Stiegen weiter wohnt. Bei ihr ist der fünfjährige Elias gestern früh kurzfristig untergekommen. „Er spielt oft mit meiner kleinen Tochter“, so die geschockte Nachbarin. Was der kleine Bub vom tödlichen Streit zwischen seiner Mama und seinem Stiefvater mitbekommen hat, weiß noch niemand. Nur zwei Sätze habe der Bub während dem Spielen gesagt, erinnert sich Krasniqi: „Der Michael ist auf der Stiege gestürzt und blutet.“ Und: „Die Mama schläft noch

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