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E-Power am Bauhof Feldkirch: Wir testen einen Elektro-Transportwagen

Feldkirch - Am Mittwoch konnten Interessierte am Feldkircher Bauhof Elektrofahrzeuge und Elektrogeräte anschauen, anfassen und ausprobieren. Elektrisch betrieben: das bedeutet weniger Lärm, keine Abgase und ist energieeffizient.
Testfahrt im Elektro-Transporter

In einem vom österreichischen Klima- und Energiefonds finanzierten Projekt haben Umweltverband und Land Vorarlberg gemeinsam mit VLOTTE, Gemeinden und weiteren Partnern untersucht, welche Potenziale elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge und akkubetriebene Zusatzgeräte für kommunale Arbeiten bieten.

Vize-Bgm. Bernhard Ammann, LR Erich Schwärzler, Bgm. Kurt Fischer (v.l.) bei der Präsentation von E-Fahrzeugen und Akku-Geräten. Das Auto im Hintergrund haben wir später getestet (siehe Video) - Umweltverband
Vize-Bgm. Bernhard Ammann, LR Erich Schwärzler, Bgm. Kurt Fischer (v.l.) bei der Präsentation von E-Fahrzeugen und Akku-Geräten. Das Auto im Hintergrund haben wir später getestet (siehe Video) - Umweltverband ©Vize-Bgm. Bernhard Ammann, LR Erich Schwärzler, Bgm. Kurt Fischer (v.l.) bei der Präsentation von E-Fahrzeugen und Akku-Geräten. Das Auto im Hintergrund haben wir später getestet (siehe Video) – Umweltverband

E-Fahrzeuge und E-Geräte machen am Bauhof Sinn

Seit dem Start im vergangenen Jahr haben sich die Projektpartner mit Marktrecherchen und Praxistests einen Überblick  verschafft. Das Ergebnis: Der Einsatz elektrisch betriebener Fahrzeuge und Geräte kann sich – bei Verwendung von Ökostrom – sowohl in ökologischer als auch in ökonomischer Hinsicht lohnen und bietet entscheidende Vorteile bei der Eindämmung von Lärm und Abgasen.

Die inzwischen verfügbaren E-Fahrzeuge erfüllen die Anforderungen des täglichen Bauhofbetriebs, sie sind erstmals auch in der bisher üblichen Größe von Bauhoffahrzeugen erhältlich und dank attraktiver Förderungen des Bundes von bis zu 20.000 Euro auch wirtschaftlich interessant.

Betriebskosten mehr als halbiert

Die höheren Anschaffungskosten der Elektrofahrzeuge können auf den ersten Blick abschreckend wirken. Betrachtet man aber den gesamten Nutzungszeitraum der Fahrzeuge, zeigt sich, dass ihr Einsatz inzwischen durchaus auch wirtschaftlich sinnvoll sein kann. „Die Betriebskosten eines Elektrofahrzeugs liegen im Vergleich zu einem herkömmlichen Fahrzeug bei unter fünfzig Prozent“, rechnet Christoph Breuer vom Bregenzer Forschungsinstitut Kairos vor: Die Treibstoff-/Energiekosten betragen etwa ein Drittel, die Wartungskosten weniger als die Hälfte, die motorbezogene Versicherungssteuer fällt ganz weg.

Auch aus lufthygienischer Sicht ist der Einsatz von E-Fahrzeugen im Bauhof interessant: „Auf Kurzstrecken oder im Stop & Go-Verkehr haben konventionell angetriebene Fahrzeuge nicht nur hohen Verbrauch und hohen Verschleiß, sondern auch besonders hohe Emissionen“, ergänzt Arthur Sottopietra vom Umweltinstitut des Landes.

Elektrische Heckenschere & Co: Zahlreiche Vorteile

Eine logische Ergänzung der Elektrofahrzeuge in der kommunalen Bauhofarbeit sind elektrisch betriebene Zusatzgeräte wie Rasenmäher, Heckenscheren oder Kettensägen. Die Vorteile beeindrucken: Die Geräte – mit Ökostrom betrieben – arbeiten umweltfreundlich, sie erzeugen keine Abgase und sind daher auch aus Gründen des Arbeitsschutzes für die Bauhofmitarbeiter angezeigt. Laut einer Schweizer Studie gibt ein benzinbetriebener Rasenmäher mehr als hundertmal so viel krebserregende Stoffe ab wie ein Auto – und der Arbeiter, der das Gerät schiebt, atmet in direkter Nähe.

Ein weiterer Vorteil der Kombination von E-Fahrzeug und Akkugeräten: Bei Bedarf lässt sich der Geräteakku im Elektrofahrzeug anstecken und nachladen.

Sanft zur Umwelt, sanft zu den Ohren

Auch die Reduktion von Lärm spricht für den Einsatz von E-Fahrzeugen und Akkugeräten. Sei es bei der morgendlichen Straßenreinigung, beim Heckenschneiden oder beim Leeren der Müllkübel. „Lärm- und abgasarme, zugleich aber voll praxistaugliche Geräte kommen den Gemeinden natürlich sehr entgegen“, bestätigt Bürgermeister Kurt Fischer, stellvertretender Obmann des Vorarlberger Umweltverbandes. Der Hohenemser Vizebürgermeister Bernhard Ammann unterstützt das: „Die neue Elektro-Fahrzeuggeneration hat am städtischen Bauhof positiv überrascht.“

Stadt Feldkirch mäht und schneidet mit Akku

Insgesamt sind die praktischen Erfahrungen mit aktuell erhältlichen Elektrofahrzeugen und Akku-geräten positiv. Elektro-Lieferwagen sind bereits in verschiedenen Gemeinden erfolgreich im Praxiseinsatz, ebenso in einzelnen Betrieben im Land.

Auch Zusatzgeräte lassen sich vielfach durch Akkugeräte ersetzen. Die Stadt Feldkirch macht damit seit einiger Zeit sehr gute Erfahrungen in der täglichen Arbeit: Ein Akku-Rucksack dient als Energiequelle für verschiedene Geräte oder kann auf dem Rasenmäher montiert werden. Acht Stunden Heckenschneiden mit einer Akku-ladung sind kein Problem. Wesentlicher Entscheidungsgrund auch hier: Die geringere Lärmbelastung.

Entscheidungshilfen: Leitfaden, Berechnung und Ausprobieren

Die Frage, ob eine Gemeinde sich für Elektromobilität und elektrisch betriebene Zusatzgeräte entscheiden soll, muss im Einzelfall beurteilt werden. Hier sind derzeit Unterlagen in Ausarbeitung, die eine wichtige Hilfestellung geben und die Diskussion und Entscheidungsfindung vereinfachen können.

Zudem bietet das Land den Gemeinden die kostenlose Möglichkeit, sich die Wirtschaftlichkeit eines Elektrofahrzeuges auf Basis der Gesamtkosten individuell, neutral und unabhängig berechnen zu lassen.

Zum Elektro-Transportwagen:

Der getestete N.Car von Melex bietet Platz für zwei Personen, kann bis zu 1000 kg transportieren, ist 1,90 Meter lang und 1,30 Meter breit. Die Motorleistung beträgt 5 KW. Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h. Größere und stärkere Elektro-Transporter bauen zum Beispiel auf dem Mercedes Sprinter auf.

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