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©Pete Ionian

DesignstudentInnen erzählen vom Piktogramm-Wettbewerb zur Fastenzeit

Wie kann man die Fastenzeit in Bildern ausdrücken? Diese Frage stellte die Junge Kirche den GestaltungsstudentInnen der Fachhochschule Vorarlberg. Das Ergebnis sind 25 Piktogramme. Als Magnetkärtchen hängen sie während der ganzen Fastenzeit an den Haltestellen des Projektes HaltAmol am Bahnhofsvorplatz in Dornbirn und den mobilen Haltestellen in den Pfarren. Diese öffentlichen Installationen sollen dazu einladen, den hektischen Alltag kurz zu unterbrechen. Wenn man will, kann man sich die Bildchen von der Säule pflücken und mitnehmen.

Die StudentInnen begannen mit einer Recherche und lasen sehr viel, geschichtliches, theoretisches, holten sich Fakten und Zahlen. Sie befassten sich auch mit der biblischen Geschichte. Die Wüste war ein starkes Bild. Was lernt man, wenn man sich in der Wüste befindet? Was gibt einem die Wüste? Für die StudentInnen wurde schnell klar: “Wenn man diese Fragen aufs eigene Leben bezieht, dann kommen plötzlich interessante Antworten und Piktogramm-Ideen. Nun musste man nur alles noch in eine zeitgemäße Formsprache bringen.”

Peter Marcel Ionian begleitete den Wettbewerb für das Team Junge Kirche und freut sich über den erfolgreichen Prozess: “Die StudentInnen der Fachhochschule versetzten sich hinein ins Fasten. Sie haben sich sehr persönlich und intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. Sie stellten existenzielle Fragen zur eigenen Identitätsfindung, über das Leben, unser Miteinander und die Umwelt.”

Inzwischen hängen die Piktogramme an Bushaltestellen. Genau dort, wo die Leute warten, was ja eigentlich wie so ein kleines Fasten ist. Die fünf Minuten, die man wartet. Wie oft sieht man sich dann irgendeinen Quatsch an. Damit die Zeit ‘rum geht.

Wenn Sie während der Fastenzeit am Dornbirner Busbahnhof warten, holen Sie sich doch eines der Piktogramme und unterbrechen sie kurz ihren Alltag. Textimpulse zu allen 25 Bildern finden sie unter www.haltamol.at.

Wie habt ihr bisher Fastenzeit erlebt?

Brigitte Breuß: Ich komme aus einem Dorf. Da ist es noch immer üblich, dass junge Menschen, eher Frauen auf irgendwas verzichten, wie zum Beispiel auf Alkohol. Und ab Ostern trinken sie wieder ihren Wein und essen wieder ihre Schokolade. In einem Dorf ist man noch religiöser und da ist das schon noch ein Thema. Und es ist auffällig, dass bei uns tatsächlich mehr Frauen zur Kirche gehen und pfarrliche Aufgaben wahrnehmen.

Urs Mader: Ich bin zwar noch Christ, also ich bin nicht ausgetreten, aber ich praktiziere das kaum. Wenn ich mal dabei bin, dann ist das an Weihnachten. Ich kannte das mit dem Fasten vor allem von Freunden, die sagten dann: Ich esse jetzt mal keine Schokolade oder verzichte auf Süßigkeiten. Und weil ich eigentlich so wie so keine Süßigkeiten mag, dachte ich mir, dann brauch ich ja auch nicht anfangen zu fasten.

Eduard Tucholke: Ich bin evangelisch und meine Oma ist russisch-orthodox. Sie lebt das mit der Fastenzeit viel intensiver. Über einen Monat auf das Wichtigste verzichten. Einmal hatte Mutter groß aufgetischt und ein besonderes Essen gekocht und die Oma hat nur Kartoffeln gegessen und gesagt, sie faste. Ich selbst hab noch nie gefastet, vielleicht mal alibi-mäßig, aber man hat es dann nie richtig durchgezogen. Nicht wie Oma.

 

Text: Peter Marcel Ionian

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