Dringender Wohnungsbedarf in Bregenz

Die Wohnungen auf der Kronhalde können noch in diesem Herbst bezogen werden.
Die Wohnungen auf der Kronhalde können noch in diesem Herbst bezogen werden. ©Franz Steiner

Beim städtischen Wohnungsamt sind mehr als 1000 Wohnungsbewerber vorgemerkt.

BREGENZ. Mehr als 1000 Mitbürger sind beim Wohnungsamt Bregenz für eine Wohnung vorgemerkt, bei jedem Dritten ist bereits Feuer am Dach. “Die Gründe sind vielfältig”, erklärt Philipp Schröckenfuchs, der sich täglich mit Menschen beschäftigt ist, die dringend eine neue Wohnung benötigen.

Frage des Geldes

“Die Mieten am privaten Wohnungsmarkt können sich viele nicht, oder nicht mehr leisten. Der Wohnungsbedarf steigt nicht zuletzt auch durch Scheidungen – statt einer, werden nun zwei Wohnungen benötigt. Manche leben aber auch in sehr beengten Verhältnissen – etwa junge Paare, die sich ein Zimmer bei den Eltern teilen. Kommt dann Nachwuchs, ist der Wunsch nach einer eigenen Wohnung nur mehr als verständlich. Häufig sind es echte Notsituationen, die rasches Handeln erfordern”, so Schröckenfuchs.

Wohnungen der Stadt

Dieser dringende Wohnungsbedarf kann zum größten Teil mit der laufenden Fluktuation und mit Wohnungen, die vor der Fertigstellung stehen, gedeckt werden. “Für besondere Notfälle besitzt die Stadt auch einige Wohnungen, die allerdings nur als Übergangslösung – etwa nach einem Brand – zur Verfügung stehen.” Die nächsten Wohnungen, die bezugsfertig werden, sind jene der Wohnanlage auf der Kronhalde. Noch in diesem Herbst können die ersten Mieter die neuen Wohnungen, die von der Wohnbauselbsthilfe errichtet werden, beziehen. Diese bietet neben Mietkauf- und Mietwohnungen auch “Betreutes Wohnen” an – eine Alternative für ältere Menschen, die für ein Sozialzentrum zu agil sind und im Rahmen des “Betreuten Wohnen” selbstständig bleiben und auf Wunsch verschiedene Dienstleistungen in Anspruch nehmen können.

Mehr “Betreutes Wohnen”

“Das ,Betreute Wohnen wird zukünftig vermehrt umgesetzt”, erklärt Schröckenfuchs. “Diese Wohnungen werden vom nahen Sozialzentrum Weidach aus mitbetreut. Zur Verfügung stehen barrierefreie Zwei-Zimmer Wohnungen mit 50 bis 60 m2 Wohnfläche. Das Sozialzentrum Weidach bietet den Bewohnern dieser Wohnungen ein Servicepaket mit mehreren Dienstleistungen wie zum Beispiel 24-Stunden-Notruf, ein wöchentlicher Besuch von Betreuern, Organisation von ärztlicher Hilfe, Beteiligung am wöchentlichen Freizeitprogramm im Sozialzentrum, kleinere Reparaturdienste usw. an. Es besteht auch die Möglichkeit der Teilnahme am Essen oder auch die Inanspruchnahme des Wäschedienstes.”

Wohnanlagen im Bau

Im Bau befindet sich eine Wohnanlage am ehemaligen Wehinger-Areal an der Harder Brücke, weitere Projekte entstehen in der Max-Haller-Straße sowie im Benger-Areal. Bis diese aber bezugsfertig sind, wird noch ein gutes Jahr vergehen. “Die Vergabe dieser geförderten Wohnungen erfolgt nach strengen Richtlinien. Dabei werden Kriterien, wie etwa die Meldezeit in Bregenz, das Einkommen und die Dringlichkeit in einem Punktesystem berücksichtigt. Bekanntlich wurde die Wohnungsvergabe nach den letzten Gemeindevertretungswahlen im Vorjahr neu geregelt und seither gibt es auch keinen Wohnungsstadtrat mehr. Die Wohnungen vergibt nun der Bürgermeister, der sich dabei an die Empfehlungen des Wohnungsvergabebeirates hält, der sich aus politischen Mandataren und städtischen Mitarbeitern zusammensetzt”, so Schröckenfuchs. Bürgermeister Markus Linhart: “Durch dieses Prozedere der Wohnungsvergaben ist eine objektive und fachlich fundierte Wohnungsvergabe garantiert, nicht zuletzt deswegen bin ich sehr froh darüber, dass wir die Wohnungsvergabe neu aufgestellt haben.” FST

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