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Dreimal im Pfarrheim Levis eingebrochen

Ferdinand Pfefferkorn
Ferdinand Pfefferkorn ©Klaus Schweigkofler
Beim dritten Einbruch ins Pfarrhaus in Feldkirch-Levis wurde ein Slowake erwischt und dafür gestern zu 20 Monaten Haft verurteilt.

Ein bestohlener ägyptischer Wüstenmensch habe den Dieben noch nachgerufen, sie hätten seinen Krug mit Wein vergessen. Die Diebe seien übrigens später Mönche geworden. Als Gleichnis erzählte Monsignore Ferdinand Pfefferkorn gestern als Zeuge am Landesgericht Feldkirch diese Geschichte.

Ganz so selbstlos ist der Herr Pfarrer nicht. Aber er wäre schon zufrieden, „wenn ich die Hälfte kriege“ von dem ihm gestohlenen Geld. „Die Hälfte musst du mir geben!“, sagte Hochwürden dann auch direkt zum Angeklagten. Das Schöffengericht verurteilte den 41-jährigen Slowaken noch nicht rechtskräftig zu 20 Monaten Haft und zudem dazu, dem Pfarrer die Hälfte des gestohlenes Betrags zu ersetzen. 600 Euro seien ihm insgesamt bei zwei Einbrüchen ins Pfarrheim Feldkirch-Levis gestohlen worden, während er geschlafen hatte, hat der Pfarrer angegeben, der einst Gefangenen-Seelsorger am Landesgericht gewesen war.

Elektronische Täterfalle

Am 8. Juli wurde der Beschuldigte auf frischer Tat im Pfarrhaus ertappt. Er war in eine elektronische Falle der Polizei getappt, die nach den vorangegangenen Einbrüchen errichtet worden war. Das Haus des Pfarrers wurde von den still alarmierten Polizisten und einer Hundestaffel umstellt.

Der 86-jährige, noch aktive Pfarrer hatte zuvor auf einen anderen Täter getippt, der schon bei ihm eingebrochen hatte. Der sei inzwischen aber bereits tot, habe ihm die Polizei mitgeteilt. Der Slowake bestritt, die beiden ersten Einbrüche im Juni begangen zu haben. Das Schöffengericht ist dennoch „von allen drei Taten ausgegangen“, wie Richter Othmar Kraft sagte.

Es wäre „ein irrsinniger Zufall gewesen“, wenn ein anderer Täter derart zeitnah ebenso über das versteckt liegende, gekippte Kellerfenster eingestiegen wäre. Nach Verurteilungen wegen Einbrüchen in anderen Bundesländern war der häufige Wettlokal- und Bordellbesucher Ende 2007 in die Slowakei abgeschoben worden.

Seff Dünser

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