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Drei Straßen, eine Hoffnung

Lustenau (VN) - Es gibt nur noch drei Grundvarianten für eine Straßenentlastung im Unteren Rheintal.
Entlastungs-Varianten

Das konsensorientierte Planungsverfahren für eine Verkehrslösung im Unteren Rheintal, kurz auch „Mobil im Rheintal“ genannt, befindet sich in seiner entscheidenden Phase. Schon längst ist weitestgehend unumstritten: Nur der Bau einer leistungsstarken Umfahrungsstraße wird in Kombination mit einer Fülle anderer Maßnahmen eine spürbare Entlastung im stark verkehrsgeplagten Siedlungsraum herbeiführen können. Es ist darüber hinaus offensichtlich: diese Straßenverbindung zwischen dem Schweizer und dem österreichischen Autobahnnetz muss im Großraum Lustenau entstehen.

Die Optionen

Lustenau ist der Kulminationspunkt des Verkehr­albtraums. Grenzüberschreitender Transit einerseits, Blechlawinen von Norden nach Süden andererseits, sorgen immer häufiger für kilometerlange Staus auf der L 204 und einer Verkehrsüberlastung im Ortsinneren. Natürlich leiden auch alle umliegenden Gemeinden am überbordenden Verkehrsaufkommen. „An Straßenvarianten“, sagt der neue Bauamtsleiter Dominik Wäger, „stehen eigentlich nur drei Optionen zur Verfügung.“ Es sind dies Varianten im Norden, Osten und Westen der Gemeinde“. Präzise legt Wäger die Für und Wider jeder Trasse dar.

Die Ostvariante:

Die Trasse führt von der L 204 auf ungefährer Höhe der „Feldrast“ durchs Ried, vorbei an Siedlungsgebieten (die untertunnelt würden) in einem weiten Bogen auf die L 203 (Straße nach Hard) zum Grenzübergang (alter S-18-Stutzen) Richtung St. Margrethen. Viel Positives kann Wäger dieser Trasse nicht abgewinnen: „Ein langes Verfahren wäre garantiert, weil viele Grundstücke abgelöst werden müssten, Entwicklungsmöglichkeiten im Osten wären eingeschränkt. Zudem wäre diese Lösung sehr teuer und hätte eine lange Umsetzungszeit.“ Politisches Problem: Die Lustenauer Grünen haben sich vehement gegen diese Trasse ausgesprochen.

Die Nordvariante:

Besteht aus zwei Möglichkeiten. Möglichkeit A sieht eine Anbindung an den Auto­bahnanschluss Dornbirn- Nord vor. Die Trasse führt unter der Erde zur Zellgasse. Eine weitere Untertunnelung wäre im Bereich des Bahnhofs bis zum Kreisverkehr vor der Höchster Brücke vorgesehen. Von dort ginge es nach St. Margrethen. Vorteile: Relativ kurze Strecke, direkter Weg vom Achraintunnel in die Schweiz; Nachteil: Entlastungswirkung nicht so groß, kompliziertes Verfahren wegen Berührung mit Naturschutzgebiet. Möglichkeit B sähe einen Autobahnknoten beim Werbenhof vor. Die Trasse führt auf der bestehenden Linie der Höchster Straße zur Zellgasse. Von dort ginge es auf derselben Trasse weiter wie bei Möglichkeit A. Vorteile: Bessere Entlastungswirkung, Linienführung auf bestehender Straße; Nachteile: Berührung mit Naturschutzgebiet.

Die Westvariante:

Sie führt vom Hofer-Kreisverkehr auf der L 204 unter der Erde Richtung Reichshofstadion. Von dort ginge es ins Rheinvorland parallel zum Fluss Richtung Höchst. Geplant wären zwei Grenz­anbindungen, und zwar beim jetzigen Zollamt Lustenau/Au und bei St. Margrethen. Vorteile laut Dominik Wäger: Relativ billig, große Entlastungswirkung auch von Norden nach Süden, kurze Umsetzungszeit, keine Grundstücksablösen notwendig. Der Nachteil: wasserschutzrechtlich umstritten. Könnte kontraproduktiv zum Staatsvertrag mit der Schweiz im Sinne des Entwicklungskonzeptes Alpenrhein gesehen werden. Für den Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer ist klar: „Wir müssen alle drei Varianten möglichst lange im Spiel halten. Und wir müssen uns als Gemeinde bald einig sein und die für uns beste Lösung solidarisch vertreten.”

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