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Drei Jahre Gefängnis für 72-jährigen Dealer

Verurteilt wurde der 72-Jährige auch für die kostenlose Weitergabe von 30 Gramm Kokain an eine 23-Jährige.
Verurteilt wurde der 72-Jährige auch für die kostenlose Weitergabe von 30 Gramm Kokain an eine 23-Jährige. ©APA
Feldkirch. Vorbestrafter Pensionist hat nach Ansicht des Landesgerichts ein halbes Kilogramm Kokain verkauft und dabei 50.000 Euro eingenommen.

Der siebenfach vorbestrafte 72-Jährige wurde gestern wegen des Verkaufs von 500 Gramm Kokain zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Der von Simon Mathis verteidigte Untersuchungshäftling nahm das Urteil des Landesgerichts Feldkirch an, das nicht rechtskräftig ist. Denn Staatsanwalt Heinz Rusch gab keine Erklärung ab.

Der öffentliche Ankläger sagte in seinem Schlussplädoyer, der Angeklagte sei jetzt 72 Jahre alt, aber offenbar noch nicht klüger geworden. „Die Katze lässt das Mausen nicht. Aber wenn die Katze grau ist, jagt sie die Mäuse nicht mehr“, erwiderte der Pensionist. „Ich will nur meine Ruhe haben.“ Das sei aber schwierig, wenn man in der Drogenszene bekannt sei.

Er habe einem 56-Jährigen lediglich 40 Gramm verkauft und nicht 500, sagte der Angeklagte. Der Belastungszeuge blieb aber bei seinen Angaben: Zum Grammpreis von 100 Euro habe er ein halbes Kilogramm hochprozentiges Kokain vom 72-Jährigen bezogen. Das Gericht glaubte dem Zeugen.

48.000 Euro hat der 72-Jährige dem Bund als Verfall aus dem Bruttoerlös seiner Drogengeschäfte zu bezahlen, beschloss der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Wilfried Marte.

Verurteilt wurde der Angeklagte auch für die kostenlose Weitergabe von 30 Gramm Kokain an eine 23-Jährige. Die Altenpflegerin soll den herzkranken Mann betreut haben. Er habe ihr nur ein Medikament gegeben und kein Kokain, behauptete der Angeklagte. Das Gericht glaubte ihm nicht.

2008 war der Lustenauer im Alter von 65 Jahren zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er war 2006 am Schmuggel von zwölf Kilogramm Kokain aus Costa Rica beteiligt gewesen. Das Landesgericht Feldkirch hielt damals eine Strafe von fünf Jahren Haft für angemessen. Der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien gab dann aber der Berufung der Staatsanwaltschaft statt und erhöhte die Sanktion um zwei Jahre.

Haftuntauglich

Drei der sieben Haftjahre aus der Verurteilung von 2008 hat der Vorarlberger verbüßt. Danach wurde der herzkranke Mann für haftuntauglich erklärt. Seitdem wird er in regelmäßigen Abständen auf seine Hafttauglichkeit hin untersucht. Sollte ihm weiterhin Haftuntauglichkeit bescheinigt werden, müsste er die nunmehrige Haftstrafe nicht antreten.

Seit 14. April befindet sich der 72-Jährige in Untersuchungshaft. Für Untersuchungshäftlinge gibt es keine Möglichkeit, sich für haftuntauglich erklären zu lassen.

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