Höhlen-Drama: Rettung aus 1.000 Meter Tiefe zieht sich hin

Ein Retter am unscheinbaren Eingang der über 1.000 Meter tiefen Riesending-Höhle.
Ein Retter am unscheinbaren Eingang der über 1.000 Meter tiefen Riesending-Höhle. ©APA
Bei den Bemühungen zur Rettung des in rund 1.000 Meter Tiefe gefangenen Höhlenforschers spielt der Wetterbericht eine immer größere Rolle, der für Donnerstag erwartete Regen könnte die Rettungsaktion verzögern. Indes musste das Team mit einem Rettungsarzt das Vordringen zum Verletzten vorerst unterbrechen.

Die Helfer, die seit Tagen die Bergung aus der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden vorbereiten, hoffen, dass der für Donnerstag erwartete Regen die Arbeiten nicht verzögert.

Tageslicht für verletzten Forscher in einer Woche?

Regen könnte Teilstrecken in der Höhle zeitweise unpassierbar machen. Läuft dagegen alles glatt, könnte der Forscher auf eine Rettung binnen einer Woche hoffen – sofern ein Arzt ihn für transportfähig erklärt. Am Dienstag startete zusammen mit drei Schweizer Höhlenrettern ein Arzt zu dem Verunglückten. Der Zustand des Verletzten aus Baden-Württemberg scheint besser zu sein als zunächst befürchtet.
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Rettungsarzt muss vorerst abbrechen

Der Arzt sollte am Mittwochvormittag bei dem 52-Jährigen eintreffen. Der Mediziner war am Dienstag gemeinsam mit drei Schweizer Höhlenrettern in die Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden aufgebrochen. Doch am Mittwoch musste das Team die Rettung vorerst wegen Erschöpfung abbrechen. Man warte nun auf die italienischen Bergretter, um zwei Teams aus den Rettern zu bilden.

Der Mediziner aus Baden-Württemberg und seine drei Begleiter seien in Biwak 3 etwa auf halber Höhe, sagte der stellvertretende Chef der Bergwacht Bayern, Stefan Schneider. Die Gruppe müsse ausruhen und komme derzeit nicht weiter.

Zwei Ärzte in der Höhle

Eine italienische Gruppe mit einem weiteren Arzt sei in die Höhle eingestiegen und soll bis zum Biwak 3 aufschließen. Die Höhle sei extrem schwierig. “Für mich ist das die absolute Ausnahme, wenn da einer runterkommt.” Zunächst hatten die Helfer gehofft, dass ein Mediziner den Verletzten am Mittwochmorgen erreichen könnte.

Die ärztliche Untersuchung des Forschers ein “Meilenstein” im Verlauf der Rettungsarbeiten, so Schneider weiter. Nach der Untersuchung sei möglicherweise klarer, wann und wie der Aufstieg mit dem Verletzten in Angriff genommen werden könne. Momentan scheint der Zustand des Mannes unverändert stabil zu sein.

Vorbereitungen für Aufstieg laufen

Unterdessen sind zwei Helferteams aus Italien in die Höhle eingestiegen, um die Schächte für den Aufstieg der Retter vorbereiten. Dabei werden Ausbaumaßnahmen ergriffen und beispielsweise weitere Seile angebracht. Ein drittes Team ist Mittwochfrüh mit einem weiteren Arzt in die Höhle aufgebrochen. Am Dienstag war auch ein Team aus Österreich an der Rettungsaktion beteiligt.

Auch Schweizer Höhlenexperten sind vor Ort. (APA)
Auch Schweizer Höhlenexperten sind vor Ort. (APA) ©Auch Schweizer Höhlenexperten sind vor Ort. (APA)

Die Helfer hoffen, dass sie mit dem Verletzten jeden Tag eines der fünf extra für die Rettung eingerichteten Biwaks erreichen können. Die Bergung aus dem dunklen und teilweise sehr engen Schacht dürfte extrem schwierig werden. Der Mann muss dazu nicht ausschließlich liegend transportiert werden. Unklar ist, ob er in der Lage ist, schwierige Engstellen und Seilpassagen eigenständig zu passieren.

Der Höhlenforscher war am frühen Sonntag mit zwei Begleitern in rund 1.000 Metern Tiefe in der tiefsten und längsten Höhle Deutschlands unterwegs, als es gegen 01.30 Uhr plötzlich zu einem Steinschlag kam. Dabei wurde er am Kopf schwer verletzt. Die Riesending-Schachthöhle besteht aus einem gigantischen Gangsystem mit einer Länge von 19,2 Kilometern und ist 1.148 Meter tief. (red/APA/dpa)

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