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Dr. Arthur Schneeberger: Gutes österreichisches Bildungssystem weiter ausbaubar

Wolfgang Türtscher, Stefan Fischnaller, LR Andrea Kaufmann, Arthur Schneeberger, KO Rainer Gögele
Wolfgang Türtscher, Stefan Fischnaller, LR Andrea Kaufmann, Arthur Schneeberger, KO Rainer Gögele ©ARGE EB/Schweinberger

Vorarlberger Erwachsenenbildung erreicht österreichweit Spitzenwerte. – “Das ständige Gejammere über das scheinbar schlechte österreichische Bildungs-system ist nicht nachvollziehbar” erklärte der bekannte Bildungswissenschafter Dr. Arthur Schneeberger vom Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft am 23. September 2010 im Bregenzer Landhaus aus Anlass der Enquete der ARGE Vorarlberger Erwachsenenbildung zum Thema “Bildung 2020 – EU-Benchmarks und reale Trends als Herausforderung.” “Bei den von der EU formulierten fünf Benchmarks der Bildungspolitik für den Zeitraum 2010 – 2020 erreicht Österreich bei vier bessere Werte als der EU-Durchschnitt. Auch bei den Hochschulabsolventen läge Österreich bei 36 % – formal zwar nur bei 22 % – wenn man, wie die anderen Staaten, auch die BHS-Absolventen und die Diplomkrankenpfleger dazuzählt.”

Tatsächlich würden Österreichs Absolventen der dualen Ausbildung und der berufs-bildenden höheren Schulen in Europa benachteiligt, da sie trotz einer guten Ausbildung nicht die entsprechenden Abschlüsse – das Baccalaureat- erreichen. Dass Österreich ein sehr gutes Bildungssystem habe, beweise auch die erfolgreiche Wirtschaft, die deutlich über dem EU-Schnitt liege, so Schneeberger.

Spitzenwerte erreicht die Vorarlberger Erwachsenenbildung beim Benchmark “Betei-ligung Erwachsener am lebenslangen Lernen”: Die EU formuliert dabei das Ziel 15 %, Österreich erreicht jetzt schon 13 % (der EU-Schnitt liegt bei 9 %) – Vorarlberg stolze 14,3 %. Beim Kriterium “Kursbesuche” liegt Vorarlberg mit 11,2 % gemeinsam mit Wien an der Spitze, der österreichische Durchschnitt beträgt 9,6 %. Für die Zukunft regte Schneeberger eine stärkere Verschränkung von Erwachsenenbildung, Hochschule und BMHS an, um europäische tertiäre Strukturen aufzubauen.

Über diese Zahlen freuten sich Landesrätin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann und ÖVP-Klubobmann Dr. Rainer Gögele. Kaufmann dankte der Vorarlberger Erwachsenenbildung für ihre erfolgreiche Arbeit, “den vielen Menschen, die das breit gefächerte Angebot der allgemeinen und beruflichen Erwachsenenbildung in Vorarlberg möglich machen und laufend verbessern, sei es durch ihre Ideen, ihr Organisationstalent, Engagement, Herzblut und auch ehrenamtliche Arbeit.” Wichtig für das Land sei auch die solide Arbeit der ARGE Vorarlberger Erwachsenenbildung als wichtigem Gesprächspartner der Landesregierung in allen Fragen der Weiterbildung.

ARGE-Vorsitzender Mag. Wolfgang Türtscher dankte dem Land Vorarlberg dafür, dass es diese jährliche Veranstaltung in Form eines Empfanges für die in der Erwachsenenbildung Tätigen gebe, was die große Wertschätzung zum Ausdruck bringe. Die Vorarlberger Erwachsenenbildung sei dadurch gekennzeichnet, dass 82 % der Mitarbeiter ehrenamtlich arbeite, 13 % nebenamtlich und nur 4 % hauptamtlich! Man könne ruhig sagen, dass es wohl kaum einen effizienter organisierten Non-Profit-Bereich als die Erwachsenenbildung gebe! Er bedankte sich auch beim Projektteam – Mag. Stefan Fischnaller (Leitung), Dr. Ruth Jochum-Gasser und Mag. Christoph Schindegger – die die Veranstaltung konzipiert hatten.

Factbox: EU-Benchmarks 2010-2020
EU-Benchmarks EU-Ziel EU-Schnitt 2007 Österreich
Kinder ab 4 Jahren in Vorschulbildung 95 % 91 % 89 %
Reduktion schlechter Grundkompetenzen Lesen unter 15 % 24 % 21 %
Reduktion schlechter Grundkompetenzen Mathematik unter 15 % 22 % 20 %
Reduktion schlechter Grundkompetenzen Naturwissenschaften unter 15 % 20 % 16 %
Frühzeitige Schulabgänger unter 10 % 15 % 10 %
Erwerb von Hochschulabschlüssen mindestens 40 % 31 % 36 %*
Beteiligung Erwachsener am lebenslan-gen Lernen 15 % 9 % 13 %
* zuzüglich BHS-Absolventen und Diplomkrankenpflege

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