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Down-Syndrom-Test durch Blutabnahme „sehr störanfällig“

Neuer Down-Syndrom-Test bei Schwangeren
Neuer Down-Syndrom-Test bei Schwangeren ©SXC
Feldkirch - Ein neuer Test soll nur durch eine Blutabnahme bei Schwangeren das Risiko eines Down-Syndroms beim Ungeborenen feststellen können. Peter Schwärzler, Abteilungsleiter der Gynäkologie und Geburtshilfe im LKH Feldkirch, glaubt allerdings nicht, dass sich diese Methode durchsetzen wird.
Peter Schwärzler im Gespräch mit VOL.AT

„Der Test beruht auf der Tatsache, dass in der Schwangerschaft kleine Teile des Erbgutes des Kindes auch in die Blutbahn der Mutter gelangen. Diese Teile werden dann analysiert“, erklärt Peter Schwärzler im Interview mit VOL.AT. Er sieht bei dieser Methode allerdings große Probleme und eine hohe Störanfälligkeit. „Dieser Test hat keine hundertprozentige Sicherheit und ersetzt daher die bisher durchgeführten Methoden nicht, da die Menge an Erbgut im Blut vor allem in der frühen Phase der Schwangerschaft sehr gering ist“, so Schwärzler weiter. Außerdem sei das Erbgut mehrere Jahre im Blut. Dadurch könnte sich das Material von vorangegangenen Schwangerschaften mit dem aktuellen vermischen. Die Forschungen seien noch nicht so weit fortgeschritten, dass man hier von einem Durchbruch sprechen könne.

Markt wird das regulieren

Schwärzler glaubt daher nicht, dass sich der Test auf dem Markt durchsetzt: „Der Test hat in dieser Form keine Stärke, der Markt wird das von selbst regulieren, da bin ich mir ziemlich sicher.“ Für viel wichtiger hält er die jüngsten Forschungserkenntnisse bezüglich molekulargenetischer Methoden. Menschen, die am Down-Syndrom leiden, haben ein verändertes Bindegewebe und Immunsystem. Dadurch seien sie auch öfter und länger krank. Die neuen Ergebnisse besagen, dass durch neue Methoden das veränderte Bindegewebe und Immunsystem durchaus positiv beeinflusst werden könne. „Das Signal ist hier ganz klar, Menschen mit Down-Syndrom werden als „lohnende“ Patienten wahrgenommen. Diese Erkenntnisse sind viel positiver und aus meiner Sicht viel wichtiger“, so Schwärzler abschließend.

Peter Schwärzler im Gespräch mit VOL.AT:

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(VOL.AT/ Robert Blum)
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