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Dornbirner Handbiker bei Weltrekordversuch in Australien

Ein halbes Jahr lang hat Bonadimann konsequent auf das RAAUS hin trainert.
Ein halbes Jahr lang hat Bonadimann konsequent auf das RAAUS hin trainert. ©Andy Sillaber
Bonadimann bei RAAUS

Philipp Bonadimann ist einer der vier Handbiker des Race Across Australia Teams.

Dornbirn. Am 16. Oktober starten vier querschnittgelähmte Vorarlberger Vollblutsportler vom RC Enjo Vorarlberg mit dem Handbike zum “Race Across Australia” nonstop quer durch den fünften Kontinent. Auch der Dornbirner Philipp Bonadimann ist beim Weltrekordversuch mit dabei. Kurz vor seinem Abflug nach Perth am Sonntag, sprach er mit der VN Heimat über seine Ziele und Erwartungen.

Worum geht es beim Race Across Australia (RAAUS)?
Bonadimann: Wir möchten in sieben Tagen über 4.000 km und 12.000 Höhenmeter mit dem Handbike von Perth im Westen von Australien nach Sydney an der Ostküste radeln. Dies wäre ein neuer Weltrekord, der derzeitige Rekord liegt bei 7 Tagen 8 Stunden 49 Minuten und wurde vom nicht behinderten Langstreckenradprofi Gerhard Gulewitz aufgestellt.

Warum nehmen Sie am RAAUS teil?
Bonadimann: Es ist eine persönliche Herausforderung sowohl auf physischer wie auf mentaler Ebene. Gleichzeitig möchte ich eine Vorbildfunktion gegenüber anderen behinderten Menschen einnehmen. Ich möchte zeigen, dass das Leben wegen einer Behinderung oder einem Schicksalsschlag noch längst nicht vorbei ist. Wenn man sein Schicksal annimmt, tut sich irgendwann eine Tür auf hinter der es wieder hell wird. In Australien beweisen wir, dass alles möglich ist. Natürlich reizt auch der Weltrekordversuch mit einem Eintrag im Guinness Buch der Rekorde. Ein offizieller Schiedsrichter wird uns begleiten und den richtigen sportlichen Ablauf bestätigen.

Parallel zum RAAUS läuft eine Charity-Aktion. Wie kann man sie unterstützen?
Bonadimann: Auf unserer Internetseite www.raaus.at kann man jeden einzelnen gefahrenen Meter zum Preis von 1 Euro kaufen. Der Reinerlös kommt verschiedenen sozialen Zwecken zu Gute.

Wie fit fühlen Sie sich vor der großen sportlichen Herausforderung?
Bonadimann: Ich fühle mich topfit. Wir hatten eine sehr professionelle und konsequente Vorbereitung unter ärztlicher Aufsicht. Jeder von uns hat in den letzten Monaten rund 7.000 Kilometer und ca. 3.000 Höhenmeter auf dem Handbike zurückgelegt. Das entspricht 12 bis 15 Trainingsstunden pro Woche. Die letzten Leistungstests zeigen bei jedem eine persönliche Leistungssteigerung von 15 bis 20 Prozent seit Beginn des Trainings. Allerdings bedurfte es sehr viel Selbstdisziplin und einer konsequenten Einhaltung des Trainingsplans.

Wie wird das Rennen ablaufen?
Bonadimann: Das Rennen geht Nonstop, 24 Stunden durch. Es wird immer einer von uns am Handbiken sein. Wir werden in Zweierteams 6 bis 8 Stunden-Schichten im Wechsel absolvieren um die Geschwindigkeit konstant bei ca. 24 km/h zu halten. Das andere Team wird in der Zeit regenerieren. Sehr wichtig ist dabei unser Betreuerteam das uns im Auto begleitet.

Wie hoch sind die Chancen, dass Sie den Weltrekord brechen und Ihre Ziele erreichen?
Bonadimann: Ich bin sehr optimistisch, daß wir es schaffen werden. Die einzigen Hindernisse könnten technische Pannen oder die Krankheit eines Athleten sein.

Kann man das Rennen von Vorarlberg aus verfolgen?
Bonadimann: Auf www.raaus.at werden täglich News, Bilder und Videos veröffentlicht. Hier kann man auch diverse Fanartikel bestellen und an einem spannenden Tipp-Gewinnspiel teilnehmen. Es gibt außerdem eine ständig besetzte Emailadresse: presse@raaaus.at .

Vielen Dank für das Gespräch und viel Glück!

Factbox:
Race Across Australia 2010
vom 16. bis 23. Oktober
von Perth nach Sydney
4000 Kilometer und 12.000 Höhenmeter in 7 Tagen
Fahrer: Thomas Bechter, Philipp Bonadimann, Jürgen Egle, Wolfgang Wimmer
OK-Chef: Hubert Kilga
Alle Infos, News, Charity-Aktion, Fanartikel und Gewinnspiel unter www.raaus.at

Zur Person:
Philipp Bonadimann
Geboren: 24. Juli 1980
Wohnort: Dornbirn
Beruf: Projektmanager
Art der Behinderung: Querschnittlähmung seit einem Motorradunfall 1998
Größte sportliche Erfolge (Handbike und Monoski): Race Across America 2006, Silber bei der WM 2009 in Korea, Gesamteuropacupsieger 2009, zwei Bronzemedaillen im Slalom und in der Super-Kombi bei den paralympischen Winterspielen in Vancouver 2010

 

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