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Dornbirn startet Spendenaktion für Roma in Rumänien und fordert Bettelverbot

©VOL.AT/Vlach
Dornbirn. Der Dornbirner Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung die Bereitstellung von 5.000 Euro für Sozialprojekte in den Roma-Gebieten in Rumänien beschlossen - ein Startschuss für eine Spendenaktion, an der sich auch Bürger beteiligen können. Daneben stimmte man für die Ausarbeitung eines Bettelverbots während der Marktzeiten.
Roma müssen Zeltlager verlassen
Bilder von der Räumung
Video: Öbb starten mit Rodungen

Die 5.000 Euro Soforthilfe werden auf ein Spendenkonto mit der Bezeichnung “Hilfe für Roma in Rumänien” eingezahlt. Damit soll die Lebenssituation von Roma in den rumänischen Städten Ploiesti, Brasov, Sibiu und Buzau verbessert werden. Spenden aus der Bevölkerung sollen die zur Verfügung stehenden Fördermittel erweitern.

Hilfe in Rumänien statt in Vorarlberg

Einhellig war man der Meinung, dass diese Spenden sinnvoller seien als Almosen für Roma-Familien, die sich derzeit in Vorarlberg aufhalten. Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (ÖVP): “Die Verbesserung der Lebenssituation für die Roma-Familien muss vor Ort in ihrem Heimatland gelöst werden. Mit diesem Beschluss setzen wir ein Zeichen, dass sich Dornbirn im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit für diese Menschengruppe einsetzt und ganz konkret Hilfe anbietet.”

Aus den genannten Städten sollen auch die rund 140 Roma stammen, die sich gegenwärtig in Vorarlberg aufhalten. Die Räumung ihres illegalen Zeltlagers am Bahndamm vergangene Woche hatte für Aufsehen gesorgt. Seither kam ein Teil von ihnen in Bludenz unter, allerdings ist die feste Unterkunft dort nur ein vorübergehendes Provisorium.

“Wir suchen von morgens bis abends!”

Am Freitag Nachmittag müssen die Roma ihre Unterkunft in Bludenz verlassen. Elmar Stüttler vom Verein “Tischlein deck dich” dazu: “Uns bleiben noch zwei Tage. Wie suchen eine Unterkunft für an die 70 Personen.
Geeignet wäre wohl am ehesten ein Campingplatz oder ein Gelände, auf dem Waschmöglichkeiten und WCs vorhanden sind. Mit Containern könnten wir darauf den Winter bis zum Frühling überbrücken.”

“Sie sind nicht kriminell, sie sind normale Bürger, die ums Essen betteln”, berichtet Stüttler weiter. “Wir erklären ihnen, dass sie nicht aggressiv betteln dürfen, dass heißt die Leute nicht anfassen. Die Gruppe hat in ihrer Zwischenunterkunft in Bludenz geputzt. Es gibt einen Chef in der Gruppe. Dieser dazu schaut, dass sich alle benehmen. Ich bin davon überzeugt, dass sich die Roma nichts zuschulden kommen lassen werden.”

Wille zur Integration

„Sie möchten integriert werden und einen Job annehmen“, sagt Stüttler. Und fügt hinzu: „Die Roma wollen nicht mehr nach Rumänien. Sie gehen auf keinen Fall zurück. Sie möchten hierbleiben und sich integrieren. Eine Arbeit und eine Wohnung finden. Bis zum Frühling können wir überprüfen, ob sie wirklich gewillt sind, sich in unsere Gesellschaft einzufügen.“

Im Gegensatz dazu will die Stadt Dornbirn eben nicht die Roma-Gruppen in Dornbirn, sondern Projekte in ihrer Heimat unterstützt werden sollen. Dies wird in den kommenden Wochen auch der Dornbirner Bevölkerung kommuniziert. Die Almosen, die bisher in die Becher der Bettlerinnen und Bettler fließen, sollen auf das neu eingerichtete Spendenkonto eingezahlt werden.

Spendenkonto „Hilfe für Roma in Rumänien“
IBAN: AT92 2060 2000 0032 8278
BIC: DOSPAT2DXXX
Dornbirner Sparkasse

 

 

 

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