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Dornbirn: Spatenstich für neues Pflegeheim

Mit dem Spatenstich durch Bürgermeister DI Wolfgang Rümmele werden die Bauarbeiten für ein neues Pflegeheim an der Höchsterstraße aufgenommen.

In den vergangenen Wochen wurde der achseitig gelegene Flügel des Altersheimes abgebrochen, um dem Neubau Platz zu machen. 107 zusätzliche Pflegebetten werden ab 2005 zur Verfügung stehen. Die Bewohner des Altersheimes wurden während der Bauarbeiten im Haus C der Seniorenresidenz Martinsbrunnen untergebracht. Die Kosten für den Neubau werden auf rund 13,3 Millionen Euro geschätzt – das Land Vorarlberg unterstützt den Bau mit einer beachtlichen Förderung.

Aktuelle Zahlen und Untersuchungen haben gezeigt, dass in den kommenden Jahren der Bedarf an Pflegebetten stark steigen wird. Im Gegenzug ist die Nachfrage nach Altersheimplätzen seit Jahren rückläufig. Die Stadt Dornbirn hat aus diesem Grund vor drei Jahren eine Machbarkeitsstudie für den Umbau des bestehenden Altersheimes in ein Pflegeheim mit ca. 100 Betten erstellt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung und weiterer Studien haben ergeben, dass ein Umbau wenig zweckmäßig ist und ein Neubau angedacht werden soll. Den Mehrkosten eines Neubaues von rund 20% stehen wesentliche Einsparungen im Bereich der Betriebskosten gegenüber, da ein Neubau die Abläufe und Organisation im Pflegebetrieb besser berücksichtigen kann. Zudem kann bei einem Neubau die Qualität für die Bewohner verbessert werden. Mittel- und langfristig wird sich die Stadt bei einem Neubau Geld einsparen. Die geplante Anzahl von ca. 107 Betten ist betriebswirtschaftlich gesehen optimal.

Projektbeschreibung

Der viergeschossige Baukörper liegt präzise gesetzt im Raum zwischen dem bestehenden Altersheim und der Dornbirner Ach und bildet differenzierte Freiräume. Das einfache klare Volumen ist durch den Wechsel der Raumanordnungen und den geschossdurchdringenden Lichthof spannungsvoll gestaltet und lässt die innere Organisation erkennen.

Der Zugang zur Anlage erfolgt von der Höchsterstraße aus und führt am Gartenhof und Wasserbecken vorbei über einen breiten geschützten Vorbereich in den Lichthof. Im Inneren liegt rechts neben der Eingangshalle der „öffentliche Bereich“ mit Aufenthaltsraum und Kapelle, links der Verwaltungsbereich und die Dementenstation.

Eine flexible Nutzung des Aufenthaltsraumes auch für externe Veranstaltungen ist durch die vorhandenen Nebenräume gegeben. Die Kapelle ist als sakraler Raum ohne Mehrfachnutzung geplant. Der Verwaltungsbereich umfasst ein Sekretariat mit Empfangssituation in der Eingangshalle, jeweils ein Büro für Heim- und Pflegeleitung, einen Besprechungsraum und einen Personalaufenthaltsraum. Ein Personal-WC ist im Kernbereich vorgesehen.

Für die Erschließung der Pflegegeschosse sind neben den beiden Stiegenhäusern zwei Personenlifte und ein Bettenlift vorgesehen. Das westlich gelegene Stiegenhaus mit Bettenlift führt bis ins Kellergeschoss und dient hauptsächlich internen Zwecken, dass der öffentlichen Zone zugeordnete Stiegenhaus eher den Besuchern.

Den Pflegegeschossen liegt ein klares Konzept zugrunde: Die Bewohnerzimmer sind allseitig orientiert und in Gruppen um die Erschließungszone angeordnet. Dazwischen liegen Esszimmer, „Stüble“ und Dienstzimmer mit vorgelagerten Terrassen. Betrieblich vorteilhaft im Kern liegen die Funktionsblöcke mit Fäkalienspüle, Wäsche- und Müllentsorgung, Wäschelager sowie Lager und Putzraum. Pflegebad und Personal-WC ergänzen den linken Funktionsblock.

Das Innere wird bereichert durch den Lichthof und einen zentralen Platz vor dem Esszimmer. Esszimmer und „Stüble“ bringen zusätzliches Licht ins Innere und eröffnen schöne Ausblicke.

Die Pflegegeschosse variieren von Geschoss zu Geschoss und geben so der Station Identität. Bei Bedarf ist eine Teilung der Station in eine Wohngruppe mit 20 Betten und eine Wohngruppe mit 12 Betten mit eigenem „Stüble“ und Funktionsblock möglich. Esszimmer und Pflegebad werden dann gemeinsam genutzt.

Um eine größtmögliche Flexibilität zu gewährleisten, wird das Gebäude als Stahlbeton-Skelettbau mit aussteifenden Kernen errichtet. Der Ausbau einschließlich der Außenwände erfolgt in Leichtbauweise. Lediglich im Erdgeschoss im Bereich der Dementenstation werden die Zimmertrennwände massiv ausgeführt. Die „öffentlichen“ Bereiche werden durch differenziert gestaltete Glas- und Betonflächen eine leicht urbane Haltung einnehmen. Die Pflegebereiche werden durch den Einsatz von Holzelementen und „weichen“ Belägen einen wohnlichen Charakter erhalten. Beispielsweise sind für die „Stüble“ Wandverkleidungen und Möbel in Zirbenholz angedacht.

Gemäß den Zielsetzungen des Dornbirner Umweltprogramms ist der Neubau so gestaltet, dass im Zusammenspiel von Architektur, Bau- und Haustechnik ein optimales Gebäude entsteht. Auf ökologische Aspekte bei der Materialauswahl und eine gut gedämmte Gebäudehülle wird Bedacht genommen. Für die oberste Geschossdecke, die Außenwände und vor allem für die Fenster- und Glasflächen werden gegenüber der Bautechnikverordnung verbesserte Wärmedurchgangswerte angenommen.

Für die Wärmebereitstellung wird – wie beim Rathaus und der inatura auch – eine kombinierte Gas- und Biomasseanlage installiert. Die Wärmeverteilung in den einzelnen Räumen erfolgt mittels Radiatoren. In den Nasszellen ist eine Fußbodenheizung vorgesehen. Die Raumtemperaturen werden über Thermostatventile oder Einzelraumregelungen geregelt. Die Pflegezimmer werden laufend mit Frischluft über eine sogenannte kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage versorgt. Dabei strömt die Luft über einen Quellluftauslass in die Zimmer und wird dann als „verbrauchte“ Luft in den Nasszellen abgesaugt. Die Raumluft kann somit in der Stunde zweimal ausgetauscht werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Luftmenge für jeden Raum individuell zu beeinflussen. Der hohe Warmwasserbedarf – ca. 10.000 Liter pro Tag – wird mittels einer thermischen Solaranlage mit einer Kollektorfläche von ca. 140 m² erwärmt. Die erforderliche Zusatzwärme wird von der Heizanlage bereit gestellt.

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