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Doppelmörder am Flughafen Wien festgenommen

Ein dicker Fisch ist den Zielfahndern des Bundeskriminalamts in Wien ins Netz gegangen: Der per internationalem Haftbefehl 37-jährige Türke Berkel Y. wurde am vergangenen Freitagmorgen am Flughafen Wien verhaftet.

Er soll am 25. August des Vorjahres in einem Waldstück bei Halbe in Berlin-Brandenburg mit einem Komplizen zwei seiner Landsleute regelrecht hingerichtet haben. Das sagte Oberstleutnant Helmut Reinmüller von der Zielfahndung im Bundeskriminalamt am Montag der APA.

In Schwechat wurde er erwischt, als er unter einem falschen Namen aus der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku kommend nach Österreich einreisen wollte. Er wurde ins Landesgericht Korneuburg überstellt und soll per europäischem Haftbefehl innerhalb der nächsten Tage an Deutschland ausgeliefert werden.

Reinmüller zufolge hatte Berkel Y. mit einem Komplizen am 25. August 2004 zwei türkische Landsleute abgeholt und in das Waldstück bei Halbe gebracht. Dort wurden die beiden Opfer durch mehrere Kopfschüsse regelrecht hingerichtet. Berkel Y. dürfte sich danach ins Ausland abgesetzt haben. Nach seinem Komplizen wird nach wie vor gesucht.

Im Zuge der Ermittlungen fanden die deutschen Kriminalisten heraus, dass Berkel Y. einen Aliasnamen benutzte. Die Zielfahndung des Bundeskriminalamts sowie die österreichische Fahndungszentrale für die Schengenstaaten – Sirene Österreich ermittelte, dass Berkel Y. mit seinem Aliasnamen in Begleitung eines Geschäftsmannes von Baku kommend am Flughafen Wien einreisen wollte.

Gemeinsam mit Beamten des Stadtpolizeikommandos Schwechat wurde der Verdächtige verhaftet. Gegen seinen Begleiter lag nichts vor, er konnte unbehelligt weiterreisen. Die Fahnder stellten außerdem fest, dass Berkel Y. nach Salzburg weiterfliegen und vermutlich nach Deutschland reisen wollte.

Deutsche Ermittler waren am vergangenen Wochenende bereits in Korneuburg, um den 37-Jährigen einzuvernehmen. Zu den Hintergründen der Tat im vergangenen August wollten sich weder Reinmüller noch die deutschen Behörden äußern. Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Potsdam sagte der APA auf Anfrage, aus „ermittlungstaktischen Gründen“ wolle man derzeit keine weiteren Auskünfte geben. Offensichtlich erhoffen sich die Behörden durch die Einvernahme des verhafteten 37-Jährigen nähere Rückschlüsse auf seinen Kompagnon. In Betracht kommen derzeit sowohl eine Mafiaabrechnung im Schleppermilieu als auch eine Tat im persönlichen Bereich – etwa wegen Schulden.

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