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Doping kann tödlich enden

Bei den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi sind sechs Sportler positiv auf unerlaubte Substanzen getestet worden. In Vorarlberg werden Spitzensportler von der Nationalen Anti-Doping Agentur Austria (NADA) kontrolliert. An die gesundheitlichen Folgen denken Sünder aber selten.
Leiter des Sportreferates im Interview

Die Dopingkontrolleure in Sotschi haben einen Olympiarekord aufgestellt, mit 2.667 Tests waren sie bei den Winterspielen fleißig wie nie. In Österreich werden pro Jahr ungefähr 2.400 Kontrollen durchgeführt. Derzeit sind 47 Sportler auf der Liste sanktionierter Personen, Vorarlberger sind keine dabei. Wie Michael Zangerl, Leiter des Sportreferates im Land Vorarlberg, im VOL.AT-Interview erklärt, übernimmt die “Nationale Anti-Doping Agentur (NADA)” dabei alle Aufgaben rund um Doping bei Sportlern: “Wir entscheiden als Gesellschafter zwar mit welche Schwerpunkte gesetzt werden aber die NADA kümmert sich um die Umsetzung.”

Zangerl: “Doping ist Betrug”

Dabei hat die Anti-Doping Agentur drei wesentliche Schwerpunkte: “Bei der Prävention ist der Kontakt zu den Sportlern ganz wichtig, angefangen beim Nachwuchs, bis hin zu Infoveranstaltungen bei Wettkämpfen. Der zweite Schwerpunkt ist ein sehr dichtes Kontrollsystem, bei dem die Vorgaben der internationalen Anti-Doping Behörde umgesetzt werden. Diese beinhalten zum Beispiel eine tägliche Meldung der Spitzensportler, wann sie für eine unangekündigte Dopingkontrolle zur Verfügung stehen. Und der dritte Bereich ist die Öffentlichkeitsarbeit, um der Bevölkerung klarzumachen, dass Dopingvergehen kein Kavaliersdelikt sind, sondern Betrug.”

Doping kann tödlich enden

Besonders bedenklich sind für David Müller, Leiter Information und Prävention der NADA, die gesundheitlichen Folgen, die von den meisten Dopingsündern nicht bedacht werden: “Der Großteil der Dopingsubstanzen sind Medikamente, die für kranke Menschen entwickelt und dementsprechend getestet wurden. Für diesen Anwendungsbereich sind Risiken und Nebenwirkungen erfasst. Für den Einsatz an gesunden Menschen, noch dazu unter erschwerten Bedingungen wie erhöhrter Energieumsatz, Anstrengung, Kälte oder Hitze sowie die oftmals im Dopingbereich übliche Kombination mit anderen Präparaten wurden die Arzneimittel niemals getestet. Dementsprechend gesundheitsschädlich und sogar tödlich können Dopingmittel sein.”

Verboten sind nicht nur Medikamente

Die bekanntesten verbotenen Substanzen sind Anabole Steroide, Erythropietin (EPO) und Wachstumshormone (HGH). Auch diverse leistungsfördernde Methoden stehen auf der Doping-Liste, führt Müller weiter aus: “Dazu zählen Blutdoping, medizinisch nicht indizierte Infusionen und Gendoping. Da die Verbotsliste insgesamt neun A4-Seiten umfasst und nur Substanzklassen bzw. Methoden nennt, bietet die NADA Austria eine Online-Datenbank, die eine sekundenschnelle Überprüfung jedes im Austria Codex erfassten Arzneimittels ermöglicht.”

Zwei Jahre Ausschluss vom Sport drohen

Bei Verdacht auf Verstoß gegen die Anti-Doping Bestimmungen wird ein Prüfantrag an die unabhängige Österreichische Anti-Doping Rechtskommission gestellt. Wie Müller erläutert, entscheidet diese dann, ob es zu einem Verfahren kommt. Anwesend ist dann neben der betroffenen Person selbst auch der zugehörige nationale Fachverband sowie auf Wunsch auch der Internationale Fachverband sowie die Welt-Anti-Doping-Agentur: “Die Regelssperre beträgt zwei Jahre Ausschluss von allen Sportarten. Je nach Fall kann die Sperre kürzer oder länger ausfallen. Zusätzlich können finanzielle Rückforderungen von Sponsoren, der Sportförderung und strafrechtliche Konsequenzen drohen.”

80 Kontrollore in Österreich

Ausgebildet werden die Kontrolleure bei regelmäßigen Seminaren. “Ein Dopingkontroll-Team besteht in Österreich aus mindestens zwei Personen. Die NADA Austria verfügt über rund 80 Dopingkontrollore bzw. Dopingkontroll-Assistenten in ganz Österreich”, so Müller. Einen medizinischen Hintergrund brauchen sie nicht.

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