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Dom Erwin Kräutler beging 40. Jahrestag seiner Bischofsweihe

Vor 40 Jahren wurden Erwin Kräutler zum Bischof geweiht.
Vor 40 Jahren wurden Erwin Kräutler zum Bischof geweiht. ©VOL.AT/Paulitsch
Der aus Vorarlberg stammende und seit mehr als fünf Jahrzehnten in Amazonien tätige Dom Erwin Kräutler (81) hat laut Kathpress am Montag den 40. Jahrestag seiner Bischofsweihe gefeiert.

Kräutler, der sich jahrelang an vorderster Front gegen den Bau des Amazonas-Kraftwerks Belo Monte einsetzte, gilt als Experte für Menschenrechte, Umweltschutz und Indio-Rechte. Zuletzt trat Kräutler auch als Kritiker des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro auf.

Sauerstoff in Krankenhäusern ausgegangen

Kräutler, der 2010 den Alternativen Nobelpreis erhielt, warf Bolsonaro in den vergangenen Jahren mehrfach eine "anti-indigene Einstellung" vor. Darüber hinaus kritisierte er scharf dessen Eintreten für eine Öffnung von Umweltschutzgebieten sowie indigenen Reservaten für die wirtschaftliche Nutzung durch multinationale Konzerne.

Auch Bolsonaros Umgang mit der Corona-Pandemie verurteilte der Bischof. "Wacht auf, für die Menschen, die hier leben und diese Pandemie überleben wollen", wandte sich Kräutler erst vergangene Woche zusammen mit anderen Amazonas-Bischöfen an die brasilianischen Regierungsverantwortlichen. Zuvor war bekannt geworden, dass in mehreren Regionen Amazoniens den Krankenhäusern der Sauerstoff zur Behandlung von Patienten ausging.

Bischofsweihe 1981

Der am 12. Juli 1939 in Koblach in Vorarlberg geborenen Kräutler ging schon kurz nach seiner Priesterweihe 1965 nach Brasilien. Ende 1980 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. (1978-2005) zum Koadjutorbischof der damals von Kräutlers Onkel Erich geleiteten Prälatur Xingu im Bundesstaat Para. Am 25. Jänner 1981 wurde Erwin Kräutler zum Bischof geweiht, im September desselben Jahres übernahm er die Leitung der Prälatur. Nach wie vor amtiert der emeritierte Bischof als Brasilien-Präsident des kirchlichen Amazonas-Netzwerks Repam.

1983 wurde Kräutler international bekannt, als er bei einer Solidaritätsaktion mit Arbeitern, denen man den Lohn vorenthielt, verhaftet und verhört wurde. Im selben Jahr wurde er Präsident des Indigenenmissionsrats CIMI der Brasilianischen Bischofskonferenz. Dieses Amt übte er bis 1991 und später erneut von 2006 bis 2015 aus.

1987 setzte sich Kräutler bei der Verfassunggebenden Versammlung Brasiliens erfolgreich für die Verankerung der Rechte der Ureinwohner ein. Kurz darauf wurde er bei einem Autounfall, bei dem ein Kleinlastwagen das Fahrzeug Kräutlers rammte, schwer verletzt. Nach mehreren Morddrohungen steht der Bischof seit 2006 unter Polizeischutz.

"Unerträglicher Zustand"

Innerkirchlich steht der brasilianisch-österreichische Bischof seit vielen Jahren auch für Änderungen bei den Zulassungsbestimmungen zum Priesteramt. "Ich werde den Zölibat immer verteidigen und hochhalten. Er ist eine Gnade", sagte er vor einiger Zeit in einem Interview mit Kathpress. Das "Problem", so Kräutler, sei aber die Verbindung der Eucharistiefeier mit dem Zölibat des Priesters. Dass wegen des Priestermangels ein großer Teil der abgelegenen Amazonas-Gemeinden nur ein paar Mal im Jahr Eucharistie feiern können, ist aus Sicht des emeritierten Bischofs ein "unerträglicher Zustand", sei die Eucharistiefeier doch "Kern unseres Glaubens".

Kräutler sieht die Lösung in neuen Zugängen zum Priestertum für verheiratete Männer und Frauen. Eine Position, die der Bischof auch als Mitglied der Amazonien-Synode im Oktober 2019 vertrat, an deren Vorbereitung er wesentlich mitgewirkt hatte.

(APA)

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