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Dolmetscher: Viel Arbeit für wenig Geld

Cüneyt Bahtli ist seit 17 Jahren Gerichtsdolmetscher.
Cüneyt Bahtli ist seit 17 Jahren Gerichtsdolmetscher. ©VOL.AT/Eckert
Cüneyt Bahtli – Dolmetscher für die türkische Sprache gibt Einblicke.

Der 43-Jährige ist Magister der Betriebswirtschaft, dennoch, er übersetzt lieber, auch wenn die Entlohnung geradezu unglaublich ist. Dabei sind die Anforderungen enorm hoch. Auch an Wochenenden oder nachts kommen Anrufe, weil nach einer Straftat dringend ein Übersetzer benötigt wird. Bei rund der Hälfte aller Strafverfahren sind Sprachprofis gefragt, dennoch, es kommt kaum Nachwuchs, zu gering ist der finanzielle Anreiz.

Alter steigt

Somit gehen der Justiz langsam die gerichtlich beeideten Übersetzer aus. „Das Durchschnittsalter liegt bereits über 60 Jahren. 50-Jährige sind die Minderheit“, weiß Cüneyt. Die Zahl der Gerichtsdolmetscher ging in Gesamtösterreich von 1400 Personen im Jahr 2006 auf derzeit 770 Personen zurück. 52 Türkischübersetzer finden sich insgesamt für alle Bundesländer auf der offiziellen Liste.

Wenig Hoffnung

Ob sich die Arbeitsbedingungen für Gerichtsdolmetscher demnächst bessern, ist fraglich. Zuletzt vertröstete man sie auf das Budget 2020/21. Derzeit gelten die Tarife aus dem Jahr 2007. Gibt sich der Staat nicht mehr Mühe, wird die Justiz bald auf sich allein gestellt sein.

Factbox:

Entlohnung Gerichtsdolmetscher: Mehr als bescheiden

Öffentlich-rechtlicher Prozess: Entlohnung: 24,50 Euro für die erste halbe Stunde; 12,40 Euro für jede weitere halbe.

Rückübersetzung eines Protokolls: Früher mit 15 Euro pro Seite, seit 2014 mit einer Pauschale von 20 Euro abgegolten, auch wenn das Schriftstück 40 Seiten oder länger ist. Bsp. 50 Seiten für 20 Euro

Weiterer Wehrmutstropfen: extrem lange Zahlungsfristen, im Regelfall mehrere Monate, oft sogar Jahre, bis die Honorare überwiesen werden.

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