Diversion nach Feuerunfall mit drei verletzten Frauen

Kellnerin verursachte einen Feuerunfall
Kellnerin verursachte einen Feuerunfall ©VOL.AT
Feldkirch - 720 Euro Geldbuße für Kellnerin, die Stichflamme in Feuerschale verursachte. Ein Opfer wurde schwer verletzt, zwei leicht verletzt.

Fahrlässig hat eine Kellnerin in einem Unterländer Gasthaus einen Feuerunfall verursacht, bei dem eine Frau schwere Verbrennungen erlitten hat und zwei Frauen leichte Verbrennungen. Dafür kam die vorbestrafte Angeklagte gestern am Landesgericht Feldkirch zumindest vorerst mit einer Diversion davon.

Richterin Nadine Heim will das Strafverfahren einstellen, wenn die 28-jährige Angeklagte als Geldbuße 720 Euro sowie 100 Euro an Verfahrenskosten bezahlt.

Staatsanwältin Karin Dragosits, die eine Verurteilung wegen grob fahrlässiger Körperverletzung beantragt, ist aber mit einer Diversion nicht einverstanden. Nun wird das Oberlandesgericht Innsbruck entscheiden, ob die diversionelle Erledigung rechtskräftig wird oder der Strafprozess weiterzuführen ist. Die Staatsanwältin erteilte zur Diversion keine Zustimmung, weil die Angeklagte keine Schuldeinsicht gezeigt habe und zudem mit einer Vorstrafe belastet sei.

Die angeklagte Kellnerin hat am 15. Jänner 2016 an der Bar des Gasthauses in einer Feuerschale mit einer Brennpaste ein Feuer angezündet. Weil das Feuer nur in einer Hälfte der Schale brannte, hat sie aus einem vom Wirt bereitgestellten Kanister Flüssig-Ethanol beigegeben. Wegen der leicht brennbaren Flüssigkeit entstand explosionsartig eine Stichflamme.

Hauttransplantation

Durch die Stichflamme zog sich die in der Nähe stehende Wirtin schwere Verbrennungen zu. Die 50-jährige Frau musste sich einer Hauttransplantation unterziehen. Sie ist immer noch nicht arbeitsfähig.

Die 31-jährige Tochter der Wirtin rutschte beim Versuch, ihrer Mutter zu helfen, auf einer Pfütze aus Ethanol aus, wurde von den Flammen erfasst und dabei am Arm leicht verletzt. Ebenfalls leicht verletzt wurde eine dritte Frau, die sich eine Brandwunde an einem Daumen zuzog.

Ethanol in Glut geschüttet

Der Brandsachverständige Werner Kohldorfer sagte, das Bioethanol hätte nicht in das bereits bestehende Feuer geschüttet werden dürfen. Viele Feuerunfälle mit Stichflammen entstünden beim Grillen, weil Ethanol in die Glut geschüttet werde.

Was passiert sei, tue ihr leid, sagte die von Andreas Germann verteidigte Angeklagte erst am Ende der Verhandlung. Es sei auch für sie schwer, weil ihre Chefin wegen des Arbeitsunfalls noch immer arbeitsunfähig sei. Ihre Arbeitgeberin habe auf Schadenersatzzahlungen verzichtet. Ihre Chefin habe zu ihr gesagt, sie solle sich keine Sorgen machen. Es sei ein Unfall gewesen.

(Quelle: NEUE/Seff Dünser)

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