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Disput um ein fehlendes Geländer

An dieser Stelle stürzte die 42-Jährige in den Emsbach.
An dieser Stelle stürzte die 42-Jährige in den Emsbach. ©VOL.AT/ Schmidt (Archiv)
Hohenems - Eine Frau stürzte im Vorjahr in den Emsbach und starb. Der Bürgermeister ist jedoch gegen den Bau einer Balustrade an dieser Stelle.
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Ein nicht vorhandenes Geländer ist in Hohenems der Grund für Diskussionen. Der Pensionist Richard Rettke fordert, dass das Bett des Emsbaches bei der Kreuzung zwischen Burgstraße und Emsbachstraße besser gesichert wird. Am 4. Februar 2011 war an dieser Stelle eine 42-Jährige mit ihrem Moped an der Brücke vorbei über einen Parkplatz gefahren und etwa dreieinhalb Meter abgestürzt. Die Frau starb bei dem Unfall. Lediglich ein – wenige Zentimeter hoher – Randstein trennt den Parkplatz vom Bachbett. Für Rettke ein unhaltbarer Zustand: „Wie gefährlich diese Stelle ist, hat das Unglück gezeigt. Zudem spielen dort oft Kinder. Nicht auszudenken, was dabei passieren könnte“, erklärt er.

Der Deutsche lebt seit 18 Jahren in Hohenems und fühlt sich in der Stadt sehr wohl. Gerade deswegen ist es ihm ein Anliegen, dass der Mangel, der seiner Meinung nach besteht, beseitigt wird. Mehrere Male hat er daher bei Bürgermeister Richard Amann (V) und den Verantwortlichen der Stadt vorgesprochen. Bisher jedoch ohne Erfolg. „Meine Frau meint, dass ich mir mit meinem Engagement unnötigen Ärger aufhalse. Ich sehe das jedoch nicht so. Vielmehr habe ich in meinem Leben gelernt, dass es sich lohnt für seine Überzeugung zu kämpfen.“

Zumindest ein politisch Verantwortlicher teilt die Meinung des Pensionisten: Baustadtrat Horst Obwegeser (FPÖ). „Ich hatte bereits alles Nötige in die Wege geleitet, um eine Balustrade zu installieren“, sagt dieser. Der Bürgermeister habe dies allerdings verhindert. „Dann müssten wir am ganzen Emsbach Geländer installieren lassen“, habe die Begründung für die Entscheidung gelautet.

Doch Obwegeser lässt diese Argumentation nicht gelten. „Das Besondere an der fraglichen Stelle ist, dass sich dort zwei Straßen kreuzen. Der Unfall hat gezeigt, was eine fehlende Sicherung für Folgen haben kann.“ Knapp 2000 Euro hätte die Errichtung eines Fallschutzes durch Mitarbeiter des Bauhofes gekostet, erläutert der Stadtrat. „Im Vergleich zum Sicherheitsgewinn wäre das eine Kleinigkeit gewesen. Allerdings leben wir in einer Demokratie, und der Bürgermeister trifft die Entscheidungen. Er trägt schließlich auch die Verantwortung“, meint Obwegeser.

Schwierige Entscheidung

Stadtoberhaupt Richard Amann hat Verständnis für die Forderung von Rettke: „Die Entscheidung für oder gegen ein Geländer war eine schwierige.“ Letztlich habe er sich jedoch dagegen entschieden. Zum einen gebe es viele Stellen am Emsbach, an denen es keine derartige Schutzeinrichtung gebe. Zum anderen könne ein Geländer gerade auf spielende Kinder besonders anziehend wirken. „Und dann besteht die Gefahr, dass die Kleinen aus noch größerer Höhe abstürzen.“ Es gebe daher auch viele Menschen, die sich gegen die Installation eines Schutzgitters ausgesprochen hätten. Die Tatsache, dass das fragliche Grundstück in Privatbesitz sei, habe bei seiner Entscheidung ebenfalls eine Rolle gespielt.

Der Tod der 42-Jährigen sei ein tragischer Unfall gewesen. „Allerdings passierte dieser wohl nicht aus dem fließenden Verkehr heraus, sondern es handelte sich um ein Missgeschick beim Starten des Mopeds“, erläutert Amann. Der Emsbach sei am Schlossberg bereits seit Jahrhunderten offen zugänglich. „Die Menschen haben gelernt, damit umzugehen“, meint der Bürgermeister.

(NEUE)

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