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Disney-Board lässt Comcast-Angebot prüfen

Walt Disney lässt das Übernahmeangebot des US-Kabelfernseh-Betreibers Comcast prüfen. Das Angebot liegt bei mehr als 54 Milliarden Dollar (42,6 Mrd. Euro).

Das Disney-Board sei zusammengetreten und habe Management und Berater des Unternehmen gebeten, das Angebot über mehr als 54 Milliarden Dollar (42,6 Mrd. Euro) eingehend zu prüfen, sagte Disney-Chef Michael Eisner am Mittwoch bei der vorgezogenen Präsentation der Quartalszahlen seines Unternehmens.

Comcast hatte die überraschende Veröffentlichung seines Angebots damit begründet, dass Eisner Gespräche darüber abgelehnt habe. Analysten reagierten positiv auf die Aussicht eines neuen Mediengiganten, äußerten aber die Erwartung, dass Comcast sein Angebot erhöhen muss, um die Disney-Aktionäre zu überzeugen. Zusammen kämen die beiden Konzerne 2003 auf einen Jahresumsatz von 46 Milliarden Dollar, verglichen mit rund 40 Milliarden Dollar des weltgrößten Medienkonzerns Time Warner, Konkurrent News Corp. will nach Worten seines Chefs Rupert Murdoch nicht für Disney bieten.

In ihrer Kampagne gegen Eisner errangen zudem die beiden ehemaligen Spitzenmanager Roy Disney, Neffe des Firmengründers Walt Disney, und Stanley Gold einen Etappensieg. Eine einflussreiche Interessenvertretung institutioneller Anleger, die Institutional Shareholder Services (ISS), empfahl am Mittwoch, den Konzernchef bei der Aktionärsversammlung Anfang März nicht im Amt zu bestätigen. Die ISS kritisierte Eisners Politik bei Neubesetzungen im Unternehmensboard: „Bedauerlicherweise sieht es so aus, als ob Neubesetzungen im Board eher das Ziel hatten, gesunde Meinungsverschiedenheiten in dem Gremium zu unterdrücken, als sie zu fördern.“

Die ISS empfahl zudem, die Ämter des Unternehmenschefs und des Chairmans zu trennen. Die Grenzen zwischen Management und Board seien in dem Konzern derzeit verwischt, hieß es. Einige Anlagefonds sind in ihrem Abstimmungsverhalten an die Empfehlungen der ISS gebunden.

Das Unternehmen wies die Kritik als „unerklärlich und ungerechtfertigt“ zurück. Eisner habe die Reform des Boards vorangetrieben, hieß es.

Eisners Kritiker werfen ihm jahrelanges Missmanagement vor und Roy Disney sowie Gold versuchen Großinvestoren derzeit davon zu überzeugen, Eisner nicht weiter zu unterstützen. Ein Sprecher von Roy Disney sagte, das Comcast-Übernahmeangebot habe nichts mit dessen Kampagne gegen Eisner zu tun.

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