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Diskussion um vier Feuerwehrhäuser

Beamte des städtischen Bauamts lassen sich von Kommandant Robert Angerer den desolaten Zustand des Gebäudes zeigen.
Beamte des städtischen Bauamts lassen sich von Kommandant Robert Angerer den desolaten Zustand des Gebäudes zeigen. ©fst
Neues Feuerwehrhaus Vorkloster könnte Anlassfall für Zusammenlegung mit Rieden werden.

BREGENZ. (fst) Vier Ortsfeuerwehren sorgen im Ernstfall in Bregenz dafür, dass in kürzester Zeit Hilfe vor Ort ist, wo sie dringend benötigt ist. Längst wehren die Florianijünger nicht mehr nur Feuersbrünste ab, sie sind vor allem bei vielen technischen Hilfseinsätzen unentbehrlich geworden: Von der Wohnungsöffnung bis hin zum Gefahrengut­einsatz bei Unfällen. Aber braucht man dazu vier Ortsfeuerwehren? Zwei würden genügen, ist Harald Stifter (FPÖ) überzeugt: Eine für das Stadtgebiet von Bregenz und eine Feuerwehr auf der Fluh, weil die steile Anfahrt von der Stadt ein rasches Eingreifen auf der Fluh unmöglich macht. Hier sieht er Einsparungspotenzial.

Pläne von früher

Der geplante Neubau des Feuerwehrhauses Vorkloster lässt die Diskussion erneut aufflammen. „Bereits Fritz Mayer hatte einen Grundankauf für ein gemeinsames Bregenzer Feuerwehrhaus erwogen“, so SP-Stadtrat Michael Ritsch. Zwei Grundstücke hätten sich damals angeboten: Jenes auf den St.-Anna-Gründen, wo heute die BH Bregenz steht, und der ehemalige Hinteregger-Bauhof hinter der Tankstelle in der Rheinstraße. Beide Grundstücke wären zentral gelegen.

Vergleich mit Dornbirn

Aufgrund massiver Interventionen wurden diese Pläne ad acta gelegt. „Heute wären viele vielleicht froh darüber, hätte sich Fritz Mayer durchgesetzt. Die größte Stadt Vorarlbergs, Dornbirn, hat die Ortsfeuerwehren zu einer großen Feuerwehr am Stadtrand zusammengezogen und ist damit sowohl für den Einsatzfall wie auch finanziell und personell bestens gefahren“ ergänzt Ritsch, der sich damit anfreunden könnte, zumindest die Wehren Rieden und Vorkloster in einem gemeinsamen Haus unterzubringen. „Eine Zusammenlegung ist für mich aber nur möglich, wenn alle Ehrenamtlichen in solche Pläne miteinbezogen werden. Ich habe tiefsten Respekt vor dem Einsatz der Feuerwehrmänner und -frauen.“

Zeit für Änderungen

In die gleiche Kerbe schlägt Gernot Kiermayr (Die Grünen): „Ich bin der Meinung, dass sich die Zeit der Ortsteil-Feuerwehren in Bregenz dem Ende zuneigt. Konkret haben wir Grüne schon oft vorgeschlagen, das neue Gebäude in Schendlingen so auszulegen, dass dort auch die Feuerwehr Rieden untergebracht werden kann, wenn sie einen Neubau benötigt. Das ist sicher für alle Beteiligten zumutbar. Wenn man dann ein Haus teilt, ist das Zusammenwachsen eine Frage der Zeit.“ Aber: Das Grundstück, das für die Feuerwehr in der Schendlingerstraße angekauft wurde, ist für die Zusammenlegung beider Wehren ungeeignet, weil es schon für die Wehr Vorkloster zu klein ist und es keine Möglichkeit für eine Erweiterung gibt. Die Stadt Bregenz besitzt allerdings auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Grundstück, das auch für zukünftig angedachte Entwicklungen geeignet wäre.

„Ein Wagnis“

Für Günther Jäger, zuständig für das Feuerwehrwesen in der Stadt Bregenz, ist das Aufbrechen gewachsener Strukturen ein Wagnis, er kennt die Problematik: „Die Freiwilligen Feuerwehren hatten in den letzten Jahren mit großen Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Ausgenommen Rieden, hier gibt es bereits seit rund drei Jahrzehnten eine Jugendfeuerwehr, die für die Auffrischung der Mannschaft sorgt. Inzwischen gibt es bei allen Bregenzer Wehren Jugendgruppen, sodass sich zumindest in naher Zukunft keine Mannschaftsprobleme ergeben dürften“, hofft er. Probleme sieht er dennoch, denn immer weniger Chefs zeigen Verständnis, dass Mitarbeiter mehrmals im Monat ihren Arbeitsplatz verlassen, um zu einem Einsatz zu eilen. Hier sind Lösungen gefragt, wie sie in anderen Gemeinden praktiziert werden. Etwa, dass städtische Bauhofmitarbeiter für kleinere Einsätze freigestellt werden und nur bei größeren Schadensereignissen nachalarmiert werden muss. Für derartige Strukturen wäre ein gemeinsames Haus für alle Wehren sinnvoll.

Kein politisches Kleingeld

Für Michael Rauth (VP) ist das Thema Feuerwehr „viel zu wichtig, um daraus politisches Kleingeld zu schlagen. Hier geht es um gewachsene Strukturen, die sehr gut funktionieren. Im Sinne der Sicherheit und des Katastrophenschutzes scheint mir das sehr wichtig zu sein. Zudem bezweifle ich, ob die Zusammenlegung von Wehren finanzielle Vorteile bringt. Die einzelnen Wehren teilen sich Spezialaufgaben und sind dafür bestens gerüstet. Sinnvoller als die Zusammenlegung scheint es mir, Synergien zu nutzen. Etwa beim neuen Feuerwehrhaus Vorkloster, das auch für die Musik und den Krankenpflegeverein geplant wird.“

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