Diskriminierung: Männer bezahlen mehr

Männer bezahlten um 50 Euro höheren Eintrittspreis als Frauen.
Männer bezahlten um 50 Euro höheren Eintrittspreis als Frauen. ©APA/Symbolbild
Feldkirch, Wien. Gleichbehandlungskommission rügt ungesetzliche Benachteiligung: Männer zahlen 50 Euro mehr für Party.

Sofort abzustellen hat der Veranstalter einer jährlichen Party im Sommer seine “diskriminierende Geschäftspolitik”. Das fordert die Gleichbehandlungskommission in Wien. Denn es liege eine nach dem Gleichbehandlungsgesetz verbotene Benachteiligung von Männern vor. Sie haben bislang für den Eintritt zur Party einen um 50 Euro höheren Pauschalpreis bezahlt als Frauen. Damit liege eine dem Gleichbehandlungsgebot widersprechende Diskriminierung aufgrund des Geschlechts für eine Dienstleistung vor, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehe. Die Gleichbehandlungskommission warnt den Veranstalter der Party vor Schadenersatzprozessen. Der Eintrittspreis für Männer und Frauen dürfe sich nicht unterscheiden.

Auch das Wochenendpaket mit Übernachtungen im Hotel mit inkludiertem Eintrittspreis für die Party verletze das Gleichbehandlungsgesetz, rügte die Gleichbehandlungskommission. Männer hatten dafür bislang um 48 Euro mehr zu bezahlen als Frauen.

Männer konsumieren mehr

Beim Wochenendpaket sei der Hotelpreis identisch, der Gesamtpreis sei der Party wegen ein unterschiedlicher, erklärte der Veranstalter. Für die Party sei der Eintrittspreis für Männer bisher um 50 Euro teurer gewesen als für Frauen, weil Männer deutlich mehr konsumieren würden. Es sei eine Tatsache, dass männliche Gäste größere Mengen an Speisen und Getränken konsumieren würden.

Zudem sei bei der unterschiedlichen Preisgestaltung berücksichtigt worden, dass Frauen in der Regel über ein geringeres Einkommen verfügen, sagte die Geschäftsführerin der betreibenden Gesellschaft. Bei der Party sei bis auf harte Getränke alles frei – Wein, Bier, Essen und alkoholfreie Getränke seien mit dem Ticket pauschal bezahlt. 60 Prozent der Partygäste seien Männer.

Um Gewinne erzielen zu können, sei eine Mischkalkulation vorgenommen worden, die zu dem unterschiedlichen Eintrittspreis geführt habe, erläuterte die Geschäftsführerin. Die Gleichbehandlungskommission erwiderte, intern könne unterschiedliches Konsumverhalten von Männern und Frauen sehr wohl bei der Preiskalkulation berücksichtigt werden. Aber der Eintrittspreis für die Gäste dürfe sich nicht unterscheiden.

Dazu sollte auf der Homepage des Party-Veranstalters “darauf hingewiesen werden, dass niemand aufgrund des Geschlechts diskriminiert wird und dass sich Personen zur Beratung an die Gleichbehandlungsanwaltschaft wenden können”.

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