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"Discovery"-Flug entscheidet über Zukunft

Wenn die US-Raumfähre "Discovery" Anfang Juli in den Himmel steigt, steht nichts weniger als die Zukunft des gesamten Shuttle-Programms auf dem Spiel.

Sollte alles während der 13 Tage im Weltraum glatt gehen, sind zwei weitere Starts in diesem Jahr und auf lange Sicht die Fertigstellung der Internationalen Raumstation (ISS) geplant. Aber wenn die Fähre beim Start Schaden erleiden sollte, könnte NASA-Chef Michael Griffin die Raumschiffe ganz aus dem Verkehr ziehen. „Dann sind wir am Ende“, sagte er Mitte Juni.

Die Folgen wären ernst. Ohne die Fähren könnte weder der Bau der ISS abgeschlossen noch das alternde „Hubble“-Weltraumteleskop gewartet werden. Auch der Prestigeverlust wäre enorm: Die USA wären dann bis zum geplanten Start des Shuttle-Nachfolgers Crew Exploration Vehicle etwa 2011 nicht in der Lage, ohne fremde Hilfe Menschen in den Weltraum zu befördern. Dies alles hätte nicht zuletzt auch diplomatische Folgen: Zahlreiche Nationen haben enorme Ressourcen in den Bau der ISS gesteckt. „Für Japan und Deutschland wäre das sehr, sehr schwer zu verdauen“, sagte Vincent Sabathier, ein ehemaliger Mitarbeiter der französischen Raumfahrtbehörde.

Das bemannte Raumfahrt-Programm der USA kämpft immer noch mit den Folgen der „Columbia“-Katastrophe vom 1. Februar 2003, als die Fähre während der Rückkehr zur Erde zerstört wurde. Alle sieben Besatzungsmitglieder starben. Ermittlungen ergaben, dass ein Stück Schaumstoff-Isolation beim Start auf den linken Flügel aufgeschlagen war. Durch die Lücke trat beim Wiedereintritt in die Erd-Atmosphäre heißes Gas ein. Am Ende wurde die „Columbia“ in Stücke gerissen. Die Ermittlungen ergaben aber auch schwere Mängel in der Organisation und beim Sicherheitsbewusstsein der NASA.

Die US-Raumfahrtbehörde überarbeitete die verbliebenen Shuttles wie auch ihre internen Arbeitsabläufe. Aber nachdem beim Start der „Discovery“ im Juli 2005 wieder Schaumstücke abfielen, erhielten die Raumschiffe erneut Startverbot. Die „Discovery“ soll daher bei ihrem diesjährigen Flug zunächst die Verbesserungen testen als Teil eines Programms, das die NASA „Return to Flight“ (etwa: Rückkehr zum Flugbetrieb) nennt. Erst am dritten Tag soll die Fähre an der ISS andocken.

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