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Dioxin: Stichproben in Vorarlberg genommen

Bregenz (VN) -  In Deutschland weitet sich der Dioxin-Skandal immer mehr aus, auch in Vorarlberg wurden nun Stichproben bei Lebens- und Futtermitteln gezogen und zur genauen Untersuchung nach Wien geschickt.

Er glaube zwar nicht, dass bei den Tests etwas gefunden werde, sagte Landesrat Erich Schwärzler gestern auf VN-Anfrage. Und dennoch habe man sich „vorsichtshalber“ zu diesen Tests entschlossen: „Vertrauen ist gut, angesichts der Entwicklung in Norddeutschland ist Kontrolle aber besser.“

 

Sechs Stichproben gezogen

Zwar kaufe der Großteil der Vorarlberger Bauern das Futtermittel im Ländle ein; einzelne aber holen es sich laut Schwärzler aus Süddeutschland. Die geografische Unterteilung sei in diesem Fall wichtig: „Der Skandal betrifft nur Norddeutschland, im süddeutschen Raum ist bislang kein einziger Fall bekannt.“ Wie die VN berichteten, hatte ein Futtermittelhersteller in Schleswig-Holstein Futterfette und Industriefette vermischt und so Dioxin in den Tierfutterkreislauf gebracht. Zurück ins Ländle: Was wurde in den Tests genau kontrolliert?

Nach Angaben des Landesrates wurden aus drei Futtermitteln von Mast- und Geflügelbetrieben sowie aus Fleisch, Eiern und Fischen insgesamt sechs Stichproben gezogen. In Wien werden diese Proben von der AGES, der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, untersucht. In zwei bis drei Wochen sollen Ergebnisse vorliegen. „Lebensmittelkontrolle ist Bundeskompetenz“, sagte Schwärzler. „Wir haben diese Proben aber auf eigene Kosten nach Wien geschickt, um Sicherheit zu haben.“ 700 Euro koste im Übrigen die Untersuchung jeder einzelnen Stichprobe.

Für die Skandalverursacher in Deutschland fand Schwärzler indes harte Worte: „Das war eine verantwortungslose Aktion der Superklasse.“ Nur um noch mehr Geld zu verdienen, habe besagtes Unternehmen die Verantwortung für Menschen, Natur und Leben über Bord geworfen: „Diese Art der Landwirtschaft wollen wir nicht. Wir wollen gesunde Lebensmittel.“ Der Dioxin-Skandal markiere gleichsam auch einen „enormen Schaden für die Landwirtschaft“. Das Vertrauen in den gesamten Agrarbereich zumindest in Deutschland sei erschüttert, „nur weil sich ein Einziger nicht an die Spielregeln hält“.

 

Rauch fordert Umdenken

Grünen-Chef Johannes Rauch hat da eine ganz andere Sicht der Dinge. „Der Dioxin-Skandal ist, zugespitzt formuliert, eine Auswirkung der Entwicklung der Landwirtschaft zur Landwirtschaftsindustrie.“ Eine Industrie, in der Tiere und tierische Produkte nur noch Industriegüter seien: „Und das ist eine Grundhaltung, die immer wieder zu solchen Skandalen wie dem jetzigen führt – das sieht man in der Geschichte.“ Rauch will deswegen ein radikales Umdenken: „Die Landwirtschaft muss sich wieder regionalisieren. Und die Landwirtschaftsförderung, dieses gigantische System der Geldumverteilung, ist zu ändern.“ Wie? „Von groß zu klein, vom Tal zum Berg, von konventionell zu Bio – nach diesen Grundsätzen.“

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