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Differenzen nicht ausgeräumt

Wie am Samstag berichtet wurde, sind die Differenzen zwischen dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und Argentinien nach wie vor nicht ausgeräumt.

Wie der argentinische Wirtschaftsminister Jorge Remes Lenicov am Samstag vor dem Leitungsausschuss des IWF in Washington ausführte, geht es bei den Differenzen unter anderem um die Haushaltsdisziplin und den Wechselkurs des Peso.

IWF-Direktor Horst Köhler knüpfte Angaben aus Delegationskreisen zufolge drei Bedingungen an die Zusage neuer Kredite für Argentinien:
eine verbindliche Vereinbarung über die Haushaltsdisziplin zwischen der Zentralregierung in Buenos Aires und den Gouverneuren der argentinischen Provinzen, ein geordnetes Wechselkursregime und die Gleichstellung von ausländischen gegenüber inländischen Gläubigern beim Insolvenzrecht.

Die argentinischen Banken und Wechselstuben bleiben ab Montag wegen dramatischer Liquiditätsprobleme auf unbestimmte Zeit geschlossen. Das hoch verschuldete Argentinien hatte im vergangenen Dezember den Schuldendienst auf einen Teil seiner Verbindlichkeiten eingestellt. Daraufhin hatte der IWF seine Kredite und Finanzhilfen eingefroren.

Das mit 141 Milliarden Dollar (159 Mrd. Euro) verschuldete Argentinien steckt seit vier Jahren in einer Rezession. Es sieht sich einer explosiven sozialen Lage gegenüber: Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, die Arbeitslosenquote liegt bei 22 Prozent. Seit Jänner gab es 100.000 Geschäftsschließungen. 1,4 Millionen Sparer, die ihre Dollar auf dem Bankkonto horteten, haben dafür nur einen um etwa 65 Prozent abgewerteten Peso bekommen.

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