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Die Zeit lästiger Quälgeister

Schwarzach - Der subjektive Eindruck trügt nicht. Wir haben heuer ein außerordentliches Mückenjahr. Und die Insekten stechen zu. Viele Patienten müssen wegen Mückenstichen behandelt werden.“

Dermatologe Dr. Robert Strohal kann ein Lied davon singen, wie sehr die kleinen surrenden Quälgeister im heurigen Sommer ein Prob­lem darstellen. „Es ist warm und feucht. Die Voraussetzungen für die Vermehrung der Insekten ist leider ideal“, fügt Strohal hinzu.

Mücken mögen Blutfett

Der Dermatologe bestätigt auch, dass die Mücken bestimmte Menschentypen bevorzugen, andere eher in Ruhe lassen. „Sie spüren gleich, welches Blut für sie gut ist, entsprechende Nährstoffe hat. Sie mögen Blut mit einem hohen Anteil an Fett.“ Auch mögen Mücken laut Dr. Strohal besonders gerne Kinderblut mit seinem entsprechend ausgeprägten Fettgewebe. „Und da Kinder kleiner sind, ist die Wirkung mehrerer Mückenstiche bei ihnen natürlich größer als bei Erwachsenen“, betont der Dermatologe vom LKH in Feldkirch.

Umweltgifte

Warum Mückenstiche zum Teil schwerwiegende Folgen haben können, erklärt sich mit den zunehmenden Giften in unserer Umwelt. „Je nachdem, wo Mücken sich aufhalten, sind sie giftiger oder nicht. Natürlich sind die Folgen ihrer Stiche dann entsprechend schwerer oder harmloser“, weiß der Experte. Im nicht alarmierenden Normalfall erzeugt ein Mückenstich eine Rötung mit leichter Schwellung an der Stichstelle, die sich wieder zurückbildet. „Tut sie das nicht und bildet sich womöglich ein roter Strich von der Wundstelle weg, dann ist der Weg zum Arzt Pflicht. Es könnte sich in diesem Fall um eine Blutvergiftung handeln.“ Was sich in Sommern wie diesem besonders empfiehlt, sind prophylaktische Schutzmaßnahmen. Zum Beispiel das Schlafen im Mückennetz, oder das Anbringen von Mückengitter vor Fenstern. „Natürlich gibt es auch jede Menge Chemie. Doch da sollte man vor allem bei Kindern aufpassen“, warnt Dr. Strohal. Etwas umstritten in seiner hunderprozentigen Wirkung ist der Stecker, der einen hohen Ton erzeugt und so die Mücken abhalten soll. Nicht umstritten sind Mittel wie Lotionen zum Auftragen auf die Haut, welche die lästigen Insekten fernhalten. Problem dabei: Sie sind vom Geruch nicht immer angenehm.

Abkühlen

Haben einen die Mücken erst einmal erwischt, gilt vor allem eines: „abkühlen, abkühlen, abkühlen. Das kann man mit kalten Umschlägen, mit Topfen, mit sogenannten Cool bags, oder mit kühlenden Gels“, rät der Mediziner. Gelegentlich helfen auch Zwiebel, „wobei die Zwiebelsäure auch nicht jeder verträgt“, so Dr. Strohal.

Schutz und Therapie

So schützen Sie sich am besten gegen stechende Gelsen

In der Nacht zum Schlafen

empfiehlt sich ein sogenanntes Mückennetz, das für Gelsen undurchdringbar ist. An Fenstern kann ein Mückengitter fixiert werden.

Chemische Mittel gegen Stechmücken:

Der Stecker mit Einlage; der Stecker, der einen hohen Ton erzeugt, Gelsen dadurch abhalten soll (nicht hundertprozentig sicher), diverse Sprays. Nachteil: Viele dieser Mittel sind für Kinder schädlich.

Loti­onen zum Einschmieren unbedeckter Körperteile.

Diese sind sehr wirksam, aber mit entsprechendem Geruch.
Das machen Sie im Fall von Mücken­stichen

Abkühlen.

Das kann geschehen durch kalte Umschläge, Topfenumschläge, „Cool bags“ passieren. Möglichst nicht kratzen.

Mit Zwiebel einreiben.

Möglicher Nachteil: Zwiebelsäure, die nicht jeder verträgt.

Arzt aufsuchen.

Und zwar dann, wenn Schwellung nicht zurückgeht, wenn ein roter Strich von der Stechstelle wegführt (Hinweis auf Blutvergiftung).

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