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"Die Weiden"-Komponist Staud: "Ich hoffe auf offene Ohren"

Johannes Maria Staud legt "Die Weiden" vor
Johannes Maria Staud legt "Die Weiden" vor ©APA (Archiv)
Am 8. Dezember ist an der Wiener Staatsoper nach langer Zeit erstmals wieder eine Uraufführung zu erleben - das Auftragswerk "Die Weiden" von Komponist Johannes Maria Staud und Librettist Durs Grünbein. In einer Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage Europas, mit der dunklen Seite der deutschen Romantik, unternehmen beide bei ihrem dritten gemeinsamen Werk ein mystische Reise entlang der Donau.

“Sie werden mich wiedererkennen”, versicherte Staud, dass er in seiner Tonsprache geblieben sei. Neben großem Orchester setzt man dabei auch auf Liveelektronik und stellenweise eine Verfremdung der Stimmen. Wirklich eine Premiere für ihn sei allerdings, dass er an zwei Punkten Wagner mit dem “Meistersinger”-Vorspiel und “Tristan und Isolde” zitiere. “Ich war echt frei”, freute sich Staud über die Offenheit des Kompositionsauftrags durch Staatsopern-Direktor Dominique Meyer. So habe er aus dem Vollen geschöpft: “Ich glaube, ich habe das Haus am Ende doch logistisch ein bisschen an die Grenzen gebracht.”

Die einzige Vorgabe für ihn sei schließlich eine nacherzählbare Geschichte gewesen. “Wir alle sind vom Film geprägt”, konstatierte Staud. Entsprechend erinnerte das Libretto von Grünbein ein wenig an Captain Willard in Francis Ford Coppolas “Apocalypse Now”, der den Nung hinunterfährt, um in die Tiefen des Dschungels und seiner eigenen Seele zu gelangen. Beim Duo Staud/Grünbein ist es ein Liebespaar, das in sechs Bildern über zweieinviertel Stunden eine Reise entlang der Donau unternimmt. “Die Vieldeutigkeit ist hier eine Chance”, betonte Grünbein seinen Grundansatz.

Entstanden ist kein Roadmovie, sondern gleichsam eine Riveropera, in der wie bei Smetanas “Die Moldau” der Lauf des Flusses als Ausgangspunkt verschiedener Szenen und Bilder dient. Die Lage Europas zwischen Wutbürgern und Abschottung soll dabei gespiegelt werden. “Es ist keine eskapistische Oper. Wir zeigen Flagge und mischen uns aktiv ein”, stellte Staud klar: “Das politische Klima in Österreich ist gegenwärtig sehr widerwärtig, um es gelinde auszudrücken.” Auch Grünbein zeigte sich als Autor von den Verhältnissen schockiert: “Mich wundert neuerdings eine gewisse Schamlosigkeit im politischen Diskurs.”

Zugleich verzichte man auf den moralischen Zeigefinger. Einseitig düster würden “Die Weiden” ebenfalls nicht: “Der Humor ist bei uns beiden auch in einem düsteren Thema wichtig.” Entsprechend ist der Wunsch des Tonsetzers klar: “Ich hoffe nur auf offene Ohren.”

(APA)

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