Die Tunnelbauer wagen sich ins Freie

Adaptierungen der Ausfahrt Bregenz am Pfänder-Südportal erfordern derzeit eine Sperre bis voraussichtlich Anfang Oktober.
Adaptierungen der Ausfahrt Bregenz am Pfänder-Südportal erfordern derzeit eine Sperre bis voraussichtlich Anfang Oktober. ©Peter Strauß

Für Umbauarbeiten wird Ausfahrtspur Bregenz am Weidachknoten bis Anfang Oktober gesperrt.

Bregenz. Seit dem “Durchdrehen” der riesigen Bohrmaschine Ende 2009 haben sich die Arbeiten für die zweite Tunnelröhre größtenteils “unsichtbar” im Berg abgespielt. Jetzt wagen sich die Tunnelbauer wieder mehr ins Freie – oder besser gesagt: die Autofahrer bekommen von den Arbeiten wieder mehr mit, weil sie jetzt für gut zwei Wochen die Arbeiten hautnah zu spüren bekommen. Im Weidach ist nämlich seit Wochenbeginn die Ausfahrt aus dem Tunnel in Richtung Bregenz-Weidach und Citytunnel gesperrt.

Früh genug anpassen

“Diese Arbeiten”, so Asfinag-Sprecher Alexander Holzedl, “sind im Zuge der Adaptierung dieser Ausfahrtsspur an die Gegebenheiten der neu errichteten zweiten Röhre Pfändertunnel notwendig.” Eine Anpassung, die früh genug vorgenommen wird, denn die vorläufige Inbetriebnahme der zweiten Röhre wird noch rund neun Monate auf sich warten lassen. Bekanntlich sieht der Zeitplan vor, dass die neue Weströhre im Sommer 2012 in Betrieb genommen werden soll. Im Gegenverkehr, denn wenn die neue Röhre befahrbar ist, wird der seit Ende 1980 befahrene Tunnel gesperrt und generalsaniert. Erst im Juni 2013 werden dann beide Tunnelröhren befahrbar sein, der Stau, der zur Dauereinrichtung geworden ist, bleibt uns deshalb leider noch bis Ferienbeginn 2013 erhalten.

Die gute Nachricht

Sind solche Nachrichten bestenfalls dazu angetan, an die Geduld zu appellieren, so ist eine andere Meldung erfreulicher: Die Arbeiten liegen zeitlich im Plan, es sollten – da die großen Unwägbarkeiten etwa beim Vortrieb abgehakt sind – keine unvorhergesehenen Verzögerungen mehr eintreten, wie Asfinag-Chef Alois Schedl erst dieser Tage in einem VN-Interview erläuterte. Und fast unglaublich: Die zuletzt mit 210 Millionen Euro kalkulierten Investitionskosten werden voraussichtlich auf 190 Millionen Euro nach unten revidiert.

Lärmschutz? Leider nein

Die Hoffnungen, dass von diesen Einsparungen ein kleiner Teil für zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen abgezweigt werden könnte, haben sich leider zerschlagen. Bekanntlich hatten Lochau und Hörbranz dringend eine Verlängerung der Einhausung am Nordportal gefordert. Nach heutigem Stand der Dinge beharrt die Asfinag jedoch auf ihrer Position: über eine mögliche Verlängerung dieser Lärmschutzmaßnahme werde erst diskutiert, wenn nach Inbetriebnahme beider Röhren durch Lärmmessungen zusätzlicher Lärmschutz begründet werde.Lochau und Hörbranz hatten sich auf die Prognosen von Fachleuten berufen, wonach mehr Verkehr und höhere Geschwindigkeiten eine schon heute absehbare Lärmbelastung der Anrainer mit sich bringen werde und es wohl wirtschaftlich sinnvoller wäre, deshalb jetzt gleich in einem Zug auch den Lärmschutz zu verbessern.

Finanziell günstiger

Es wäre, so argumentierte Lochaus Bürgermeister Xaver Sinz erfolglos, finanziell wohl günstiger gewesen, den Lärmschutz in einem Aufwaschen zu installieren, statt später – so diese Maßnahmen doch bewilligt werden, wovon er ausgehe – neuerlich eine Baustelle einzurichten und damit zudem erhebliche Verkehrsbehinderungen auszulösen. VN-STP

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