"Die Tour de France ist mein großes Ziel"

Matthias Brändle hat bei der Österreich-Rundfahrt mit dem 14. Gesamtrang für Aufsehen gesorgt. Doch das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, das große Ziel des 19-jährigen Hohenemsers ist eine Teilnahme an der Tour de France.

Wie hast du die Österreich-Rundfahrt erlebt, was ist geblieben?
Brändle:
Der 14. Platz wurde eigentlich nicht wirklich gut wahrgenommen, in der Öffentlichkeit wurde zumeist von schwachen Österreichern gesprochen. Denifl ist Achter geworden als 21-jähriger, ich bin 19 und 14. geworden. Das Siegeralter beginnt frühestens bei 24 oder 25 Jahren. Wir (Denifl und ich) dürfen mit dem Geleisteten sehr zufrieden sein.

Wie verkraftet man eigentlich eine sieben Tage dauernde Rundfahrt?
Brändle:
Man kann nicht alles voll fahren, die Etappe in Dornbirn bin ich nur zu 30 bis 40 Prozent wirklich voll gefahren. Auf der Flachstrecke bis zur Steigung beim Kitzbühler Horn bin ich auch reserviert gefahren, erst auf dem Anstieg habe ich alles gegeben. Die Glockner-Etappe habe ich drei Tage lang gespürt, da ging natürlich nichts mit taktieren. Schwierig ist
der Anfang am Morgen bis man wieder im Tritt ist, das dauert rund eine halbe Stunde. Insgesamt sind Flachetappen sind eher Regenerationsfahrten. Durch das viele Training erreicht man einen Gewöhnungseffekt, man verkürzt die Regenerationszeit.

Wie groß ist dein Trainingsaufwand?
Brändle:
In der Aufbauphase 20 bis 25 Stunden pro Woche, in der Rennphase 15 bis 20. Beim Sportservice in Vorarlberg mache ich die ganzen medizinischen Tests, ich habe mit Anke Peukert eine kompetente Ansprechpartnerin, auch mit
Physiotherapeut Martin Hämmerle arbeite ich zusammen. Ich mache mit ihm Übungen, die ein Gegengewicht zum Radsport darstellen.

Was steht als nächstes an?
Brändle:
Nach der Österreich-Rundfahrt ist Pause, um im Herbst noch einmal durchzustarten. Jetzt gilt es die Akkus in einer Regenerationsphase noch einmal aufzuladen.

Wie bist du zum Radsport gekommen?
Brändle:
Als Kind war ich viel mit dem Rad unterwegs, mein Vater hat mich mit zwölf Jahren zu einem MTB-Rennen mitgenommen. Das hat mir gefallen, ich schloss mich dann dem Emser MTB-Verein an. Schon nach einem Winter
Training habe ich Rennen gewonnen. Durch Christian Pauger bin ich dann zum Straßenradsport gekommen.

Wie stehst du zum Thema Doping?
Brändle:
Die Problematik war früher viel schlimmer, ich kann mit meiner Leistung vorne mitfahren. Es wird aber noch einige Zeit vergehen, bis das Thema in den Hintergrund gedrängt wird. Ich wurde noch nie auf die Möglichkeit von Doping angesprochen.

Was ist dein großes Karriere-Ziel?
Brändle:
Die Teilnahme an der Tour de France ist ein großes Ziel, das ich in drei Jahren erreichen möchte. Über die Helferrolle muss man sich hinauf arbeiten. Man kann sich damit auszeichnen. Derzeit habe ich Kontakt zu Pro-Tour-Teams, mit der möglichen Perspektive, in zwei Jahren in einem dieser Teams zu fahren. Wichtig ist, dass es ein seriöses Team ist, das auf junge Fahrer achtet, die jungen Sportler nicht nur als Werkzeug betrachtet.

Was war dein größter emotionaler Moment?
Brändle:
Als ich bei der Glockner-Etappe als 15. ins Ziel kam.

Was hat dich am meisten geschockt?
Brändle:
Die Geschichte von Bernhard Kohl.

Vor was hast du Angst?
Brändle:
Vor einer Verletzung, die mich an der Ausübung des Sports hindert oder die gar unmöglich macht.

Was fasziniert dich am Sport?
Brändle:
Das Arbeiten mit dem eigenen Körper, das Herantasten an Grenzen.

Was fühlst du im Moment eines Sieges?
Brändle:
Ich fühle den Lohn für die geleistete Arbeit, das ist auch Ansporn für die nächsten Rennen.

Was fühlst du im Moment einer Niederlage?
Brändle:
Schnell abhaken und weiterschauen!

An was denkst du, wenn du im Wettkampf an deine Grenzen kommst?
Brändle:
Bei so Bergfahrten denke ich mir manchmal, warum tue ich mir das an, am Berg oben kommt aber ein Supergefühl zurück.

Für wen oder was würdest du 50 km Gehweg auf dich nehmen?
Brändle:
Für mein Umfeld, das mich unterstützt: Meine Eltern, Christian Pauger und seine Gattin Angelika, mein Trainer Dieter Simon.

Welches Ziel hast du für dein Leben nach dem Sport?
Brändle:
Finanziell ausgesorgt zu haben, zu tun was Spaß macht.

An welchem Ort würdest du dich verstecken damit dich niemand findet?
Brändle:
Unterm eigenen Bett, ganz still und leise.

Was darf am Wettkampftag keinesfalls fehlen?
Brändle:
Fahrrad, Helm und Schuhe, zwei Tage vor dem Rennen mache ich immer einen Ruhetag.

Quelle: Presseaussendung Sportservice

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