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Die Rolle des Wirtschaftsprüfers

Jahresabschlüsse von Unternehmen werden auf ihre Richtigkeit überprüft

Die Bilanzskandale um den DAX-Konzern Wirecard und die Commerzialbank Mattersburg haben die Rolle des Wirtschaftsprüfers in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Ungeachtet der im Raum schwebenden Diskussion und diverser Schuldzuweisungen in obgenannten Fällen sind die Aufgaben des Wirtschaftsprüfers im Rahmen der Abschlussprüfung jedoch klar definiert.

Gesetzliche Aufgaben

Die Verpflichtung zur Prüfung des Jahresabschlusses ist im Unternehmensgesetzbuch gesetzlich verankert, ebenso der Gegenstand und der Umfang der Prüfung. Im Wesentlichen wird im Rahmen der Abschlussprüfung beurteilt, ob:

  • die gesetzlichen Vorschriften sowie etwaige Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages oder der Satzung beachtet worden sind
  • die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung befolgt wurden
  • der Abschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt
  • der Lagebericht im Einklang mit dem erstellten Jahresbericht steht.

Als Grundlage für die Prüfung dienen der vom Klienten erstellte Jahresabschluss und der Lagebericht. Des Weiteren hat der Abschlussprüfer die Möglichkeit, alle Nachweise zu verlangen, die er für seine Prüfung als notwendig erachtet.

Keine absolute Sicherheit

Zu beachten ist, dass es nicht Aufgabe des Wirtschaftsprüfers ist, sämtliche Geschäftsvorgänge einer Gesellschaft zu prüfen. Im Rahmen eines sogenannten risikoorientierten Prüfungsansatzes legt der Wirtschaftsprüfer das Ausmaß seiner Prüfungshandlungen in den einzelnen Prüfungsfeldern nach pflichtgemäßem Ermessen fest und prüft in Stichproben. Eine sogenannte Vollprüfung wäre zeitlich, finanziell und personell nicht zu bewältigen. Wirtschaftsprüfer arbeiten mit hinreichender, nicht aber mit absoluter ­Sicherheit – so definieren es auch die internationalen Prüfungsstandards (International Standards on Auditing - ISA), die in Öster-
reich anzuwenden sind. Dadurch ist jede Prüfung mit einem Restrisiko verbunden, dass auch der geprüfte Jahresabschluss Fehldarstellungen enthalten kann – diese können beabsichtigt oder unbeabsichtigt sein.

Fälschungen aufdecken

Sollten sich bezüglich falscher Angaben Verdachtsmomente ergeben, obliegt es dem Abschlussprüfer die Prüfungshandlungen zu erweitern und etwaige Risikofelder intensiver zu prüfen. Besonders herausfordernd wird die Beurteilung jedoch dann, wenn seitens der gesetzlichen Vertreter (in betrügerischer Absicht und detailliert geplant) falsche Jahresabschlüsse erstellt und diese selbst von den internen Kontrollen oder Kontrollorganen im Unternehmen nicht erkannt werden. Eine solche Fälschung ist selbst bei intensivster Prüfung kaum zu erkennen.

Kein Generalverdacht

Beinahe „kriminalistisch“ zu prüfen ist nicht die Aufgabe des Wirtschaftsprüfers – würde man das tun, bedeutete dies, dass man jedem Klienten erst einmal mit einem Verdacht ­gegenübertritt. Dabei ist zu bedenken, ob die grundsätzliche Unterstellung von kriminellen Machenschaften, einhergehend mit einer langwierigen forensischen Untersuchung, in Anbetracht der überwiegenden Mehrheit von verantwortungsvollen und ehrlichen Organen in den geprüften Unternehmen wünschenswert ist.

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