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Die Luft zwischen den Tönen - Marc Minkowski

Nichts als glückliche Gesichter waren am Donnerstag nach dem Konzert bei der Salzburger Mozartwoche zu beobachten. Der Grund, Marc Minkowski und seine Musiciens du Louvrewaren auf dem Podium im Großen Saal.

Es ist ein federnder Traum in Musik, den diese Musiker träumen. Dabei blitzwach und im Wissen um die Verlässlichkeit des eigenen Könnens am Instrument, fegten die überwiegend ganz jungen Musiciens du Louvre durch Joseph Haydns Es-Dur Symphonie Hob. 1:103. Alles schwang, tanzte und atmete, dabei gelassen, kontrolliert und elegant. Plastisch modelliert wurde da von der höchst extravaganten Einleitung mit dem Paukenwirbel bis hin zum witzig-frechen Finale, dessen Hauptthema an eine kroatische Volksweise angelehnt ist.

Die Einzigartigkeit dieses Originalklang-Ensembles basiert wohl auf akribischer Probearbeit aber auch am musikalischen Konzept Minkowskis. Ohne Vibrato, mit leicht geführtem, federndem Bogen und viel, viel Luft zwischen den Tönen gelingt so ein höchst transparentes Klangbild, in dem jedes noch so kleine Seitenthema aufgewertet wird und einen neuen Platz im organischen Ganzen bekommt. Unaffektierte Highspeed-Klassik in stabilen, aber nie sturen Tempi und unendlich vielen dynamischen Abstufungen.

Diese Dynamik, vom krachenden Forte bis hin zum kaum wahrnehmbaren und doch von zehn ersten Geigen gespielten Tutti, lässt die Holzbläser durch und schafft neue klangliche Farbkombinationen. Dieses Team steht für Haydn wie er wohl im Moment nicht mitreißender gehört werden kann.

In Mozarts c-Moll Klavierkonzert KV 491 wurde dann doch wieder mit Wasser gekocht. Zwar hat Andreas Staier den solistischen Part am Hammerklavier rhythmisch sauber, klar artikuliert und leichtfingrig hören lassen, war aber passagenweise schlecht zu hören. Dieser Vorläufer des modernen Klaviers klingt schlank und reizvoll, ist aber gegenüber einer mittelgroßen Orchesterbesetzung schlichtweg zu leise. Da hätte Minkowski mit vielleicht zwei, drei ersten Geigen, einem Cello und einen Bass spielen lassen und die Bläser nicht ganz vorne an die Rampe setzen können.

In Mozarts großer g-Moll Symphonie KV 550, einer der wohl meistgespielten und -gehörten Symphonie überhaupt, war von diesen ein wenig ermüdenden Klängen dann schlagartig keine Rede mehr. Verblüffend, wie diese fast schon abgedroschene Musik tatsächlich neu klingen kann. Ein motorisch pulsierender Wirbelwind blies den Puderstaub von den geistigen Perücken konventioneller Mozart-Interpretation und vermittelte etwas ziemlich Seltenes: Das Gefühl, das jeder Satz, die Symphonie und das Konzert als Ganzes einfach viel zu kurz sind.

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