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Die Jugend als Hauptverlierer

Noch nie seit fünf Jahrzehnten hatte Österreich zur Sommermitte eine so hohe Arbeitslosigkeit zu beklagen wie Ende Juni 2005: Sie stieg erneut um 4,2 Prozent auf (offiziell) 211.310.

Vorarlberg stellt mit 15,3 Prozent Zunahme einmal mehr den negativen Rekordhalter der Bundesländer: Vor allem bei Jugendlichen ist unser Anstieg alarmierend.

„Im Jahresabstand nahm die Arbeitslosigkeit der 15- bis 20-Jährigen um 27,8 Prozent, bei den 20- bis 25-Jährigen ebenfalls um 25,4 Prozent zu. Damit diese Jugendlichen nicht sich selbst überlassen, sondern wenigstens in arbeitsmarktähnlichen Strukturen aufgefangen und gestützt sind, unternehmen wir alles Erdenkliche“, meinte dazu AMS-Landeschef Dr. Werner Schelling. Und verwies auf Lehrstellenförderung, Jugend am Werk, JASG, Jugendwerkstätten, Aktion Jobstart, überbetriebliche Ausbildungszentren etc. „Diese Arbeitslosen sind nicht chancenlos, müssen aber immer mehr Geduld aufbringen, bei einem Lehr- oder Arbeitsplatz konkret andocken zu können“, beschrieb Schelling die Situation.

Der AMS-Chef tröstete sich ein wenig auch damit, dass sich unsere Rekordzunahme von anderen Bundesländern nicht mehr so krass abhebt. So beträgt der Arbeitslosenanstieg in Tirol 11,1, in der Steiermark 9,9, in Oberösterreich 8,4 Prozent. Die minus 2,3 Prozent von Wien sind für Schelling sowieso eine „Mogelpackung“: „Um die Statistik zu schönen, sind heute dort fast 5000 Arbeitslose mehr in Schulungen vergattert als vor einem Jahr“, zeigte Schelling die Gepflogenheiten in der vor Landtagswahlen stehenden Hauptstadt auf.

Dass der regionale Arbeitsmarkt trotz allem nicht völlig erstarrt ist, beweist für Schelling die Tatsache, dass diesen Juni 3274 Personen „aus der Arbeitslosigkeit abgegangen“ sind – neu arbeitslos gemeldet haben sich 2205 Personen. Jene Personen, die im Lauf des Juni ihre Arbeitslosigkeit beendeten, waren im Durchschnitt 103 Tage ohne Job – 11 Tage mehr als jene vor einem Jahr. Die stärksten Arbeitslosigkeitszunahmen sind bei Hilfsberufen (+ 305), Reinigungsberufen (+ 73) und in den Handelsberufen (+ 188) zu beklagen. In den Bezirken verlief die Entwicklung übrigens äußerst unterschiedlich.

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