Die Dämonen wollen besänftigt werden

Benny Gleeson und der Dämon der Angst.
Benny Gleeson und der Dämon der Angst. ©Edith Rhomberg
 Benny Gleeson beteiligt sich an der Gruppenausstellung „Panoptikum der Erotik“.
Benny Gleeson-Dämonen

 

Dornbirn. Mit seinen eigenen Dämonen, die er als Versuchung, Angst und Lust beschreibt, beschäftigt sich Benny Gleeson seit geraumer Zeit. Dazu gab der Dornbirner Künstler der VN-Heimat bereits vor Monaten Einblick in sein Atelier. Das geschah noch bevor wir wussten, dass eine Pandemie die Welt auf schaurige Weise in Atem halten würde. Kein Wunder, dass die für April geplante Ausstellung “It’s Me – Visualisierung | Auralisierung der eigenen Dämonen” wegen des Corona Virus ausfallen musste. Jetzt soll die Präsentation in einem neuen Anlauf realisiert werden. Die Gruppenausstellung mit Benny Gleeson, Bettina Bohne und Simone Klien findet in der Villa Müller in Feldkirch, Weinberggasse 10 statt und wird als “Panoptikum der Erotik” am 24. September um 18 Uhr eröffnet.

Ein weites Themenfeld

„Der entscheidende Impuls für mich zur Umsetzung entstand aus einer Anregung des Psychotherapeuten Dr. Roland Wölfle“, sagt Gleeson. Er informiert weiter, dass die Sichtbarmachung der eigenen Dämonen eine Therapieform ist, um mit seinen Problemen, Neurosen, Defiziten oder etwa Traumata in den visualisierten Dialog zu treten. „Die Dämonen sollen besänftigt werden und letztendlich wohlwollende Verbündete sein“, benennt Gleeson das Ziel, das er als große Gegenposition zum Exorzismus sieht.

The making of

Kein Geheimnis macht der Dornbirner Künstler daraus, wie die Abbildungen seiner Dämonen entstanden sind: „In einem ersten Schritt wurden in Kooperation mit friendly Artist May-Britt Nyberg-Chromy die drei Dämonen der Versuchung, Angst und Lust als Eigenkörper-Abgipsungen gefertigt. Anschließend bekamen sie in meinem Atelier ihr entsprechendes Outfit.“

Der andere Teil des Projekts besteht in der Hörbarmachung, der Auralisierung der dämonischen Skulpturen. Klangkollagen von körpereigenen Geräuschen, Lauten und Herztönen wurden in einem virtuellen Computer-Tonstudio gemischt. Die zwischenmenschliche und ideologische Verführung wird mit rezitierten Liebessonetten von Shakespeare und Redepassagen von Goebbels als Überforderung verdeutlicht. Parallel dazu werden May-Britt Nyberg-Chromy und Nikolaus Walter ihre Making-of-Fotoserien der Abgipsung-Sessions präsentieren. Ergänzt wird die Ausstellung mit Fotopostern in limitierter Auflage, abgelichtet von friendly Artist Stoph Sauter.

Der Musikperformance “Dr. Roland Jekyll meets Mr. Benny Hyde”, am 15. Oktober um 19 Uhr, ebenfalls in der Villa Müller, folgt das Themengespräch mit Roland Wölfle zur Psychologie der Dämonen. Die psychologischen und politischen Aspekte des zugrunde liegenden Ausstellungskonzepts werden dabei erörtert.

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