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Die bunte Vignettenkoalition

"Die Situation in Bregenz ist einzigartig. Nicht zu vergleichen mit einer anderen Zone", so Markus Linhart.
"Die Situation in Bregenz ist einzigartig. Nicht zu vergleichen mit einer anderen Zone", so Markus Linhart. ©VOL.AT
Bregenz - Linhart, Ritsch, Rüdisser, Wallner: Gemeinsamer Kampf für die Korridorvignette.
Linharts Brief an Bures
Bures: "Keine Verlängerung"
1,3 Millionen Mal verkauft

Der Brief des Bregenzer Bürgermeisters Markus Linhart (52) an Verkehrsministerin Doris Bures (52) ist noch druckfrisch. Er hat ihn soeben verfasst und darin ein flammendes Plädoyer für die Beibehaltung der Korridorvignette über 2013 hinaus verpackt. 400.000 Kraftfahrzeuge jährlich weniger durch Bregenz, beträchtlich steigende Absatzzahlen für die Lizenz zum Fahren auf 23 Kilometern Autobahn, positive Resonanz aus der Bevölkerung: All dies bringt Linhart zur Auffassung, „dass die Befristung der Korrdior­vignette nicht nachvollziehbar war und ist. Ebensowenig die Koppelung an die Fertigstellung der zweiten Pfändertunnelröhre.“ 

„Nicht vergleichbar“

„Die Situation in Bregenz ist einzigartig“, glaubt der Bregenzer Stadtchef. „Nicht zu vergleichen mit irgendeiner anderen Zone in Österreich. Wer das nicht zur Kenntnis nimmt, soll mir das Gegenteil beweisen. Wegen einem kleinen Abschnitt bemauteter Autobahn fahren Transitlaster, die in die Schweiz wollen, durch unsere Stadt, um die Maut zu vermeiden. Das ist doch offensichtlich. Die Korridorvignette ist eine bisher erfolgreiche Maßnahme, das Problem einzuschränken. Sie muss bleiben, auch wenn der Verkehr durch beide Pfändertunnelröhren läuft. Weil unser Problem lösen auch zwei Pfändertunnelröhren nicht.“

Zu den Großen

In dieser Frage findet Linhart einen Partner, den er sonst nur als Gegner kennt: Michael Ritsch (43). „Ich werde mich bei Verkehrsministerin Bures und Kanzler Faymann für die Beibehaltung der Korridorvignette einsetzen. Linhart soll das bei Spindelegger tun. Wir brauchen die Großen beider Parteien im Boot“, ist Ritsch überzeugt. Der Bregenzer SPÖ-Chef denkt dabei an den Vorschlag für einen Kompromiss. „Wir sollten zuerst versuchen, das Projekt Korridorvignette nach Inbetriebnahme beider Röhren im Jahre 2013 für wenigstens ein Jahr zu verlängern. Damit könnten wir uns gute Argumentationsgrundlagen für spätere Verhandlungen schaffen.“ Unbedingt im Boot haben will Ritsch auch Landeshauptmann Wallner.

Reisen nach Wien

Der war gestern wegen seiner Teilnahme an den Sparpaket-Verhandlungen nicht erreichbar. An seiner Stelle sprach Verkehrslandesrat Karlheinz Rüdisser (57) klare Worte: „Ich werde noch im Februar wegen des Verkehrsplanungsprozesses bei der Ministerin sein und mich für die Korridorvignette einsetzen.“ Am 1. März bekommt die Ministerin erneut Besuch. Dann werden Markus Linhart und Michael Ritsch gemeinsam vorstellig und ihr Anliegen vorbringen. Wobei Linhart und Rüdisser für das Bregenzer Verkehrsproblem noch eine andere Lösung hätten. Sie könnten sich vorstellen, die Autobahnvignette überhaupt abzuschaffen und dafür die Mineralölsteuer zu erhöhen. „Das wäre gerechter“, sagt Rüdisser.

(VN/ Klaus Hämmerle)

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