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Die Allianzen in den arabischen Bürgerkriegsländern

Ein Kämpfer der IS feuert in Homs auf Kämpfer des Assad-Regimes.
Ein Kämpfer der IS feuert in Homs auf Kämpfer des Assad-Regimes. ©Rased News Network via AP, File
In den Bürgerkriegsländern der arabischen Welt haben sich äußerst unterschiedliche Allianzen gebildet. Die Lage ist wegen der großen Anzahl Akteure kompliziert. Ein Überblick: Istanbul.

SYRIEN

Einer der Hauptakteure ist das Regime in Damaskus.Wichtigste Partner von Präsident Baschar al-Assad sind der schiitische Iran und Russland. Teheran finanziert die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah, die in Syrien an der Seite des Regimes kämpft. Auch die von Schiiten dominierte Regierung im Irak gilt als Partner Assads.

Gegen Assads Regierung kämpfen mehrere meist religiös motivierte Rebellengruppen. Gefördert werden sie vor allem von den sunnitischen Ländern Türkei, Saudi-Arabien und Katar. Der Westen steht auf der Seite gemäßigter Rebellen, die als Opposition bezeichnet werden und nur mäßigen Einfluss auf das Kriegsgeschehen haben. Zu den militärisch erfolgreichsten Rebellen zählt die Nusra-Front, Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ein großes Gebiet in Syrien und im Irak erobert und dort ein Kalifat ausgerufen. Sie ist sowohl mit dem syrischen Regime verfeindet als auch mit den meisten Rebellengruppen. Das gilt auch für die Nusra-Front, obwohl beide eine ähnliche Ideologie haben. Auch der Westen und Russland betrachten den IS als bedrohlichen und daher zu bekämpfenden Feind.

Die Volksschutzeinheiten der Kurden (YPG) beherrschen im Norden Syriens große Gebiete. Sie bekämpfen den IS. Dabei kooperieren sie örtlich sowohl mit Rebellen als auch mit der syrischen Armee. Unterstützt werden sie von der internationalen Allianz. Die Türkei ist zwar Partner des Bündnisses, will aber verhindern, dass die Kurden ihre Macht in Syrien ausbauen. Denn Ankaras Hauptfeind ist die kurdische Arbeiterpartei PKK, die eng mit der YPG verbunden ist.

IRAK

Die irakische Armee kämpft an mehreren Fronten gegen den IS. Unterstützt wird sie von Militärberatern der USA und von Luftangriffen der US-geführten internationalen Allianz. Die Armee kämpft aber auch Seite an Seite mit Schiitenmilizen, die von Teheran finanziert werden und das US-Engagement im Irak scharf ablehnen.

Die Kurden genießen im Nordirak Autonomie und sind zum wichtigsten Verbündeten des Westens geworden. Deutschland und andere Staaten bilden die kurdischen Peschmerga für den Kampf gegen den IS aus. Das Verhältnis der Kurden zur Zentralregierung in Bagdad ist angespannt.

JEMEN

Schiitische Huthis haben in den vergangenen Monaten große Teile des Landes überrannt. Gegner der Rebellen werfen ihnen vor, sie würden vom Iran unterstützt. Verbündet sind die Huthis mit den Anhängern des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh.

Ein Bündnis aus Saudi-Arabien und mehrere arabische Staaten bombardiert seit März Stellungen der Rebellen. Sie unterstützen damit Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi, der vor den Huthis geflohen ist. (dpa)

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