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Diamanten im Blut

Warum Valérie Messika erstmalig in der Geschichte ihrer Marke auf Farbsteine setzt, wie es zur Zusammenarbeit mit Kate Moss kam und wie sie mit ihrer Rolle als Trendsetterin umgeht? All das hat die Schmuck-Koryphäe im Interview verraten.
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Die Pariserin Valérie Messika hat es dank ihrer Expertise – als Tochter des Diamantenhändlers André Messika hatte sie eine Kindheit, die geprägt war von funkelnden Träumen und aufregenden Reisen, immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Edelsteinen – und ihres Gespürs für zeitgemäße Designs innerhalb weniger Jahre an die Spitze der Schmuckbranche geschafft. Die Designcodes ihrer Kreationen orientieren sich an den folgenden Standards: Diamanten hervor­heben, neue Maßstäbe setzen und stets nach Perfektion streben.

Diamanten waren bisher Ihr Markenzeichen. Warum kommen nun Farbsteine ins Spiel?

Alles begann mit der Gestaltung der „Lucky Move“-Stücke. Diese Kollektion ist verspielt und hat gleichzeitig eine Verbindung zum Glück. Ich stellte mir das Design wie einen Glücksbringer vor. Die Botschaft dahinter hat in mir den Wunsch geweckt, diesmal mit Farbsteinen zu arbeiten. Meine Idee war es, Ziersteine anstelle von flächigen Goldschattierungen zu verwenden. Ich ersetze also nicht Diamanten, sondern das Gold. Das Glücksthema – repräsentiert durch das Medaillon, das sich dreht und seine Farbe ändert sowie über ein bestimmtes Mantra verfügt – passte perfekt zum Design und der Botschaft der Schmuckstücke. Es war einfach naheliegend für mich.

Ihr Glücksbringer ist eine Schmucklupe Ihres Vaters. Was war der wichtigste Rat, den er Ihnen auf Ihrem Lebensweg mitgegeben hat?

Mein Vater sagte einmal: „Genauso wie wir unseren zukünftigen Partner mit unserem Herzen aussuchen, wählen wir auch einen Diamanten für die Emotionen, die er in uns erzeugt.“ Diese Worte schwingen in meinem Hinterkopf immer mit, wenn ich designe.

Haben Sie in Ihren Anfängen schon geahnt, wie erfolgreich Sie einmal sein würden?

Eigentlich kann ich nicht glauben, dass es schon 15 Jahre her ist, dass ich Messika Paris gegründet habe. Alles ging so schnell und ich hatte enorme Herausforderungen zu bewältigen. Die erste war, Diamanten in alltäglichen Schmuck zu verwandeln. Derzeit bewerkstellige ich eine meiner größten Aufgaben: Messika wächst, nicht nur was die Mit­arbeiter (mehr als 200) anbelangt, immer weiter. Hinzu kommt, dass wir weltweit expandieren wollen. All das ist nicht ganz einfach, vor allem, weil ich weiterhin als Trendsetterin fungieren möchte, das bedeutet, den anderen immer einen Schritt voraus zu sein. Somit haben wir den Druck, es jedes Jahr besser zu machen. Aber ich bin sehr stolz auf dieses unglaubliche Abenteuer!

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Kate Moss?

Kate Moss war für mich immer schon eine Inspiration und Muse. Um ehrlich zu sein, war es eine spontane Entscheidung, mit Kate eine High Jewelry-Kollektion zu machen. Ich traf sie vor zwei Jahren im Ritz. Sie trug viel Schmuck und ich wurde neugierig auf die verschiedenen Geschichten hinter ihren Juwelen. Es stellte sich heraus, dass Kate von Schmuck geradezu besessen ist, besonders von hochkarätigen Juwelen. Also nutzte ich die Gelegenheit und fragte sie, ob sie gemeinsam mit mir eine High Jewelry-Kollektion entwerfen möchte. Kate hat sofort ja gesagt.

Haben Sie neben Diamanten und Schmuck noch eine andere Leidenschaft?

Ich habe ein besonderes Gespür, was Design, Gestaltung und Verzierungen anbelangt. Seit meiner Jugend hat mein Vater mein Bewusstsein für Kunst geschärft und mir beigebracht, schöne künstlerische Stücke zu erkennen. Als ich klein war, wollte ich Architektin werden, stattdessen habe ich Kommunikationswissenschaften studiert. Heute erstelle ich gerne Moodboards, die mir beim Ausarbeiten meiner Kollektionen helfen, also beim Festlegen und Definieren der Steine und Designs.

Was ist Luxus für Sie?

Luxus steht für mich gleichbedeutend mit Zeit, also wertvolle Momente mit meiner Familie zu verbringen und meine beiden Töchter aufwachsen zu sehen. Leidenschaft und harte Arbeit ermöglichen es mir, im Familien- und Berufsleben erfolgreich zu sein. Zeit ist aber auch in meiner Karriere mein bester Freund, was das Design, die Produktion etc. anbelangt.

Aus vollem Herzen

„Genauso wie wir unseren zukünftigen Partner mit unserem Herzen aussuchen, wählen wir auch einen Diamanten für die Emotionen, die er in uns erzeugt. Diese Worte meines Vaters schwingen in meinem Hinterkopf immer mit, wenn ich designe.“

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