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Diäten haben 2020 ausgedient

Mit Biohacking den eigenen Körper besser kennenlernen.
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Nein, das ist kein klassischer Diäten-Artikel zu Beginn des neuen Jahres. „Viele Menschen melden sich genau jetzt im Fitnessstudio an, um dann mit unerreichbaren Zielen Ende Februar wieder langsam aufzugeben“, weiß Julian Kleinheinz (JUKL Health), Sportwissenschaftler und Bewegungsspezialist, aus Erfahrung in der Fitness- und Gesundheitsbranche. Der 29-Jährige beschäftigt sich seit Langem mit Bewegung und gesundem Lebensstil, ebenso sein Fitness-Kollege, der Arzt Dominik Klug (27). Der Mediziner, der an der Uni Innsbruck studierte, betreibt unter anderem den Social-Media Blog „dailyMED“. Die beiden Dornbirner haben sich dem Biohacking verschrieben. Der Lifestyle-Trend aus den USA sensibilisiert für den eigenen Körper, die körperlichen Funktionen, wie auch für ein Bewusstsein für gesundes Essen. Hilfsmittel hierfür sind Smartphone oder -watch und eine Tracking-App. „Man geht quasi zurück zum Ursprung, schärft das Bewusstsein für sich selbst“, so Kleinheinz. Dabei hilft eine Tracking-Uhr für die Wahrnehmung des eigenen Körpers ungemein. „Die Menschen sind reizüberflutet und mit so vielen Dingen beschäftigt, dass sie ihren eigenen Körper nicht kennen und dessen Signale nicht wahrnehmen.“ Ihr Biohacking-Ziel: eine gute Lebensqualität und mehr Lebenszeit. „Ein erster Ansatz für eine bessere Lebensqualität sind der Schlaf und Schlafrhythmus. Man sollte ins Bett gehen, wenn man abends müde ist. Eine Faustregel für ein erholtes Aufstehen: 1,5 Stunden mal fünf Schlafphasen einplanen. Hinzu kommen einige Minuten fürs zum Einschlafen. Die App weckt einen nicht in einer Tiefschlafphase, das kann auch mal 40 Minuten früher sein als man eigentlich aufstehen müsste“, erklärt Kleinheinz und verweist auf Schlaf-Apps, die die jeweilige Schlafphase überwachen. Wichtig sei, so Klug, dass man sechs Stunden vor dem Zu-Bett-Gehen Kaffee weglässt. „Der Herzschlag ist sonst erhöht, und man erholt sich beim Schlafen besser, wenn das Herz langsamer schlägt.“ Rund sieben Gläser Wasser über den Tag verteilt zu trinken, sei essenziell (es zählt nur Wasser – keine Säfte, Kaffee, Bier). „Viele Organe bestehen zu 80 Prozent aus Wasser, viele ältere Menschen trinken zu wenig. Sich zu jeder geraden Stunde daran zu erinnern, ein Glas zu trinken, hilft.“ Da können schon die ersten Pfunde ganz nebenbei purzeln.

„Diäten sind 2020 gestrichen“, sind sich beide einig. Vier Stunden vor dem Schlafen nichts mehr essen, sorgt für besseren Schlaf und ein fitteres Aufstehen. „Das merken viele bereits nach kurzer Zeit“, so Kleinheinz. Mit kleinen Bewegungseinheiten starten, wie 20 Minuten spazieren. „Das baut eine Disziplin auf“, so Klug, und man halte länger durch. Gute Nahrung (Vollkornprodukte) für Darm und Gehirn bewusst einkaufen. „Zucker macht süchtig und bedingt Entzündungen im Körper. Überschüssiger Zucker wird als Fett eingelagert“, macht Kleinheinz bewusst.

Sechs Biohacking-Tipps

1. Saunieren: Ein- bis zweimal in der Woche sich für Saunagänge gemütlich Zeit nehmen, entspannen. Stärkt Immunsystem, durchblutet Muskeln, besserer Schlaf.

2. Kneippen: Bewusst während der Duschroutine kurz kalt abduschen. Mit den Füßen starten. Stärkt das Immunsystem.

4. Barfuß gehen: Zu Hause
Socken ausziehen, barfuß in
der Wiese oder durch den Schnee
im Vorgarten gehen. Stärkt
Immunsystem und lädt die Zellen auf.

3. Meditation: Angeleitete Meditationen mit Musik und Hilfestellungen für Anfänger auf YouTube ausprobieren (Fünf Minuten täglich reichen). Das Bewusstsein für den eigenen Körper stärkt sich, Gereiztheit und Stresshormone nehmen ab, das Lungenvolumen wird besser genutzt.

5. Handy weg und ins Grüne schauen: Spazieren im Grünen oder im Wald kurbelt den Parasympathikus an.

6. Umfeld betrachten: Sich mit ehrlichen Menschen umgeben.

Zitat: Diäten sind 2020 gestrichen. Mit Biohacking lernen, den Körper wieder richtig wahrzunehmen.

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