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Deutschland-Neuwahl: Kopf-an-Kopf-Rennen

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und seine wahrscheinliche Herausforderin, CDU-Chefin Angela Merkel, liegen nach einer Blitz-Umfrage für das ZDF-Politbarometer in der Wählergunst praktisch gleichauf.

Bei einer Telefonumfrage am Tag nach der rot-grünen Wahlschlappe in Nordrhein-Westfalen sprachen sich 45 Prozent für Schröder und 44 Prozent für Merkel aus, teilte die Forschungsgruppe Wahlen am Dienstag mit.

Dabei standen SPD-Anhänger fast geschlossen hinter Schröder. Dagegen votierten die CDU-Anhänger nur zu drei Vierteln für Merkel. Eine Koalition aus SPD und Grünen im Bund fanden lediglich 28 Prozent aller Befragten gut. 51 Prozent waren gegen ein solches Bündnis, 18 hatten keine Meinung. Dagegen votierten 45 Prozent für eine Koalition von CDU/CSU und FDP. 31 hielten das nicht für gut, 20 Prozent war es egal.

In der politischen Stimmung kommt die SPD jetzt auf 29 Prozent (+1 im Vergleich zum Politbarometer Ende April), die CDU/CSU auf 50 Prozent (+2), die Grünen auf 6 Prozent (-4), die FDP auf 7 Prozent (+1), die PDS auf 4 Prozent ebenso unverändert wie die anderen Parteien, die zusammen 4 Prozent erreichen. Die Forschungsgruppe Wahlen befragte am Montag 1.049 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte per Telefon.

Umfragen sehen Mehrheit für CDU/CSU/FDP

Nach der Ankündigung vorzeitiger Neuwahlen in Deutschland haben zwei weitere Umfragen eine deutliche schwarz-gelbe Mehrheit im Bund ergeben. Nach der am Dienstag veröffentlichten Erhebung des Forsa-Instituts für „Stern“ und RTL kämen CDU/CSU und FDP derzeit auf zusammen 54 Prozent. Eine weitere Umfrage von Infratest-Dimap für den Westdeutschen Rundfunk sieht die bisherigen Oppositionsparteien mit 53 Prozent vorn. Bei den persönlichen Werten liegt Bundeskanzler Gerhard Schröder allerdings in beiden Fällen klar vor CDU-Chefin Angela Merkel.

Bei der Forsa-Erhebung fiel die Union im Vergleich zur Vorwoche zwar um einen Punkt auf 45 Prozent. Die FDP kam jedoch unverändert auf 9 Prozent, so dass beide Parteien zusammen eine stabile Mehrheit hätten. Die Werte für die SPD (28 Prozent) und die Grünen (8 Prozent) änderten sich nicht, mit zusammen 36 Prozent lagen sie bei der Umfrage 18 Prozentpunkte hinter Unionsparteien und FDP. Die PDS stieg um einen Punkt auf 5 Prozent, für „sonstige Parteien“ würden sich ebenfalls 5 Prozent der Deutschen entscheiden.

In der Kanzlerpräferenz liegt Bundeskanzler Schröder jedoch 12 Prozentpunkte vor seiner voraussichtlichen Unions-Herausforderin Merkel. Der Umfrage zufolge wollen 42 Prozent den SPD-Politiker weiter als Kanzler sehen, für Merkel sprachen sich nur 30 Prozent aus. Keinen von beiden wollen 28 Prozent der 2.003 befragten Bundesbürger in diesem Amt sehen. Eine Umfrage des ZDF sah hingegen beide Kandidaten Kopf an Kopf (siehe APA-Meldung 276).

Ein ähnliches Bild ergab die Erhebung von Infratest Dimap. Wäre bereits am nächsten Sonntag Bundestagswahl, kämen CDU und CSU demnach auf zusammen 46 Prozent. Für die FDP entschieden sich 7 Prozent der in dem Fall 1.000 Befragten. Die SPD würde nur 30 Prozent der Stimmen erhalten, und die Grünen kämen wie die FDP auf 7 Prozent. Die PDS würde mit fünf Prozent als Fraktion in den Deutschen Bundestag einziehen.

Nach der Ankündigung der SPD, die Bundestagswahl von September 2006 auf den Herbst dieses Jahres vorziehen zu wollen, glaubt demnach nur ein Viertel der Bundesbürger (25 Prozent), dass eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition nach der Wahl gut für Deutschland wäre. 43 Prozent plädierten dagegen für ein schwarz-gelbes Bündnis. Eine Alleinregierung der Union würden 29 Prozent für gut halten, eine große Koalition favorisieren der Umfrage zufolge 39 Prozent. Gleichwohl sind die Deutschen mehrheitlich skeptisch, ob eine unionsgeführte Bundesregierung die Arbeitslosigkeit deutlich verringern würde: Über zwei Drittel (65 Prozent) glauben nicht, dass sie dazu in der Lage wäre.

Könnten die Deutschen den Bundeskanzler direkt wählen, würden sich laut Infratest Dimap 42 Prozent für Amtsinhaber Schröder entscheiden. 34 Prozent hingegen würden lieber die CDU-Vorsitzende Merkel an der Spitze der Regierung sehen.

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