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Deutscher Wahlkampf

Der Streit über die Fernsehduelle zwischen dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und seiner Herausforderin Angela Merkel (CDU) wird in dieser Woche endgültig entschieden.

Vertreter des Kanzlers, der Kandidatin und der großen TV-Sender wollen am Mittwoch noch einmal nach einer Verständigung suchen, wie Regierungssprecher Bela Anda am Montag in Berlin ankündigte. Wegen der Zeitplanung der Sender müsse diese Woche eine Entscheidung fallen.

Schröder hat sich zu zwei Streitgesprächen bereit erklärt. Merkel ist aber wegen des kurzen Wahlkampfs nur zu einem Auftritt bereit. Anda sagte, der deutsche Kanzler würde „notfalls auch alleine“ kommen und seine Reformpolitik erläutern.

Der Regierungssprecher betonte, es sei der Wunsch der Sender gewesen, zwei Duelle zu veranstalten. Dies sei bei der Bundestagswahl 2002 mit dem Unionskandidaten Edmund Stoiber auch so gewesen und inzwischen national wie international Standard. Anda betonte das große Interesse der Bevölkerung an solchen Aufeinandertreffen. So hätten vor drei Jahren 14,9 Millionen Bürger beim ersten Streitgespräch zugeschaut. Beim zweiten seien es 15,2 Millionen Zuschauer gewesen, darunter sieben Millionen, die die erste Runde nicht gesehen gehabt hätten.

Schröder sei offen, sich dem Gespräch zu stellen: „Er scheut die Auseinandersetzung nicht.“ Der Sprecher sagte, er verstehe die Gründe nicht, sich nicht darauf einzulassen. Entweder habe die Union etwas zu verbergen, oder sie weiche der Auseinandersetzung aus. Als möglichen Kompromiss deutete Anda an, dass man sich auf nur ein Duell verständigen könnte, das dafür länger als eine Stunde dauern könnte.

Das Interesse der Deutschen an Streitgesprächen der Spitzenkandidaten im Fernsehen ist einer aktuellen Umfrage zufolge nicht besonders groß. 47,6 Prozent sind gar nicht an solchen Fernseh- Duellen interessiert, ergab eine repräsentative Omniquest-Umfrage für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstag-Ausgabe). 29,7 Prozent sagten, sie wünschten sich ein TV-Duell; 20 Prozent wollten gerne zwei davon sehen. 87,2 Prozent gaben an, ihre Wahlentscheidung werde durch ein Duell im Fernsehen „nicht beeinflusst“.

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