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Dritte Streikrunde bei Deutscher Bahn hat begonnen

Ab Donnerstag soll dann auch der Personenverkehr bestreikt werden
Ab Donnerstag soll dann auch der Personenverkehr bestreikt werden ©APA/dpa
Die dritte Streikrunde bei der Deutschen Bahn hat begonnen. Seit Mittwochnachmittag bestreikt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) im laufenden Tarifkonflikt den Güterverkehr des Konzerns, wie die Gewerkschaft mitteilte. Fast gleichzeitig hat die Deutsche Bahn der Lokführergewerkschaft ein neues Angebot vorgelegt. Es beinhaltet eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro und eine Laufzeit des Tarifvertrags von 36 Monaten, wie aus Bahnkreisen verlautete.

Bisher hatte die Bahn eine Laufzeit von 40 Monaten angeboten und die Höhe der Prämie nicht beziffert. Das Angebot sei der GDL schriftlich unterbreitet worden, hieß es. Kurz zuvor hatte im Güterverkehr der dritte Streik der laufenden Tarifrunde begonnen.

Bei der Laufzeit eines Tarifvertrags will die GDL allerdings 28 Monate erreichen. Außerdem will sie, dass die erste Tarifstufe von 1,7 Prozent noch im laufenden Jahr gezahlt wird.

Vom deutschen Bahnstreik ist auch der ÖBB-Güterverkehr betroffen. In der Nacht auf Donnerstag sollen auch die Beschäftigten im Personenverkehr und in der Infrastruktur die Arbeit für fünf Tage niederlegen.

Für die Reisenden will die Bahn erneut rund ein Viertel des sonst üblichen Angebots im Fernverkehr aufrecht halten. Im Regional- und S-Bahnverkehr sind es 40 Prozent. Die GDL will den Streik bis Dienstagmorgen durchziehen. Der fünftägige Arbeitskampf zieht sich erstmals im laufenden Tarifstreit auch über ein Wochenende. In Thüringen und Sachsen ist damit auch das letzte Ferienwochenende vor dem Schulstart am Montag betroffen.

Die Deutsche-Bahn-Tochter DB Cargo rechnet damit, dass sich die Auswirkungen des Arbeitskampfes nach und nach bemerkbar machten. Die Bahn kündigte an, bestimmte Güterzüge in Abstimmung mit den Frachtkunden zu priorisieren. Der Konzern werde versuchen, insbesondere versorgungsrelevante Güter pünktlich zuzustellen.

Der Lokführer-Streik bei der Deutschen Bahn trifft auch die ÖBB nicht nur im Personen-, sondern auch im Güterverkehr. Die ÖBB Rail Cargo erarbeite in der Zeit der Streiks im Bedarfsfall individuelle Routen, um die Waren sicher und effizient an ihre Zielstandorte zu transportieren, so die ÖBB zur APA.

"Da der nun angekündigte Streik deutlich länger ist als die beiden vorangegangenen, könnten die spürbaren Auswirkungen stärker ausfallen - das hängt aber vor allem davon ab, wo konkret gestreikt wird", räumte man bei den ÖBB am Mittwoch ein. In Deutschland sieht sich die Chemie-Industrie aufgrund der Streiks bereits mit verstärkten Lieferproblemen konfrontiert. Die erneute Unterbrechung der ohnehin äußerst angespannten Lieferketten gefährde die wirtschaftliche Erholung, warnte der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen laut dpa.

Bei den beiden ersten Streiks in Deutschland hätten sich die Auswirkungen auf die ÖBB Rail Cargo in Grenzen gehalten, hieß es. Einzelne Züge seien ausgefallen bzw. konnten nicht verkehren im Ausmaß von unter 10 Prozent. "Es kam zu einigen Verspätungen, die auch Folgewirkungen gezeigt haben, wie z.B. Rundlaufverspätungen und Ausfälle von Folgezügen", sagte ein ÖBB-Sprecher.

Die Gewerkschaft kämpft mit dem Streik unter anderem für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld für die Beschäftigten. Aufgerufen sind nicht nur Lokführerinnen und Lokführer, sondern ab Donnerstag auch das Personal in der Infrastruktur.

Ab Donnerstag soll dann auch der Personenverkehr bestreikt werden. Das Ende der Aktionen hat die deutsche Gewerkschaft für den kommenden Dienstag angekündigt. Insgesamt dürfte der Bahnverkehr damit mehr als fünf Tage lang erheblich eingeschränkt sein.

Bei den ÖBB sind bei den ersten Streiks einige grenzüberschreitende Verbindungen von und nach Deutschland ausgefallen.

(APA/dpa)

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