Deutsche Reisewarnung würde Gastro Wintersaison zerstören

Gastrobetriebe im Westen sind stark von deutschen Gästen abhängig
Gastrobetriebe im Westen sind stark von deutschen Gästen abhängig ©APA/BARBARA GINDL
Die österreichischen Gastronomiebetriebe haben derzeit mit Problemen an mehreren Fronten zu kämpfen. Ganz oben steht eine deutsche Reisewarnung, die am Freitag verhängt werden dürfte. "Die Betriebe im Westen und Süden sind von den deutschen Gästen abhängig. Wenn da eine Reisewarnung kommt, ist die Wintersaison kaputt", sagte WKÖ-Gastroobmann Mario Pulker am Freitag zur APA. Dass Deutschland Österreich als Risikogebiet einstufen wird, gilt inzwischen als fix.

Insbesondere Gastrounternehmen in Tirol, Vorarlberg, Kärnten und Salzburg wären von der deutschen Reisewarnung "massivst" betroffen, sagte Pulker. "Die machen im Winter das Hauptgeschäft."

Doch nicht nur eine Reisewarnung des wichtigsten Herkunftmarktes Deutschland schwebt wie ein Damoklesschwert über den Betrieben. Die 2G-Regel, die österreichweit am Montag in Kraft getreten ist, sorgt seither für eine Stornierungswelle. "Größere Tischreservierungen, Geburtstagsfeiern, Ganslessen, Weihnachtsfeiern - die Restaurants werden von Westen bis Osten ausstorniert", so Pulker. "Es ist das totale Desaster. Alle Reservierungen sind weg."

Seit Montag dürfen nur noch geimpfte oder genesene Personen zum Wirten, ins Kaffeehaus oder Restaurant. Im Landgasthof Bärenwirt hätten an nur zwei Tagen 650 Personen storniert, erzählte Pulker. Viele Geimpfte würden sich mit Ungeimpften solidarisieren und dann gleich gar nicht mehr ins Gasthaus gehen, meinte Pulker. "Jetzt wächst wieder die paragastronomische Tätigkeit." Sprich Zusammentreffen in Vereinshäusern oder überhaupt Zuhause.

Sorge bereitet auch die 3G-Regel am Arbeitsplatz, die ab kommenden Montag gilt. Beschäftigte müssen dann geimpft, genesen oder PCR-getestet sein. Wegen der fehlenden Testinfrastruktur in den Bundesländern sieht Pulker hier ein "riesiges Problem" auf die Gastrobranche zukommen. "Die Verordnung kann nicht mit der Realität mithalten", kritisierte der Obmann. "Wenn der Küchenchef nicht zur Testung kommt, weil alles überlastet ist, kannst du deinen Laden dichtmachen", so Pulker.

Mit all den neuen Coronamaßnahmen würde sich die Mitarbeiterproblematik weiter verschärfen, räumte der Branchenvertreter ein. Mehrere Lockdowns führten dazu, dass sich Tourismus-Beschäftigte beruflich umorientierten. Für die Betriebe sieht Pulker ohne erneute Wirtschaftshilfen kein Auskommen. Allein durch die 2G-Regel seien 40 Prozent der potenziellen Kundinnen und Kunden weggefallen. So viele sind hierzulande nicht geimpft.

(APA)

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